Mögliche Existenz eines biologisch relevanten terrestrischen Neutronen-Wellenleiters
von Dr. 
Hans-Dieter Langer, Niederwiesa

 

Es ist bekannt, dass die terrestrische Hintergrundstrahlung auch Neutronen enthält. Eine Quelle ist z.B. Uran, dessen Gehalt in der Erdkruste mit ca. 2 ppm angegeben wird /1/. Dabei werden Neutronen mit Geschwindigkeiten von etwa 20.000 km/s frei, die aufgrund einer hohen Durchdringungsfähigkeit teilweise thermalisiert bis in die Biosphäre gelangen. Bäume wachsen somit in einem lateralen Mittelwert freier Neutronen. Diese Neutronen sind äußerst lebensfeindlich.

In der Strukturgeologie kennt man ferner die Tatsache, dass die Erdkruste insbesondere in Verbindung mit granitischen Plutonen zahlreiche Risssysteme enthält /2/. In einem Risssystem stellt man auffallend parallele Rissstrukturen fest, die offensichtlich tief reichen. Man kann in Steinbrüchen zu Risssystemen die orthogonalen, die diagonalen sowie beliebig orientierte Rissstrukturen beobachten.

Anhand eigener Neutronendosis-Messungen im Messbereich ab minimal 0,1 µSv/h bei Energien bis zu 10 MeV und einer Empfindlichkeit von 3,15 counts/nSv (bei 3 MeV) wurde festgestellt, dass die Neutronen scheinbar zumindest stückweise in bestimmten Lineamenten als parallele lineare Strukturen von höchstens wenigen cm Breite vorkommen können, in denen die Dosis um den Faktor 2 bis 8 höher ist als in der Umgebung.

Geophysikalische Modellvorstellung: Die "aktiven" Lineamente sind geophysikalisch bestimmt als zwei parallele Risse, zwischen denen und zu denen ebenfalls parallel ausgerichtet sowie quer zum Lineament zufällig verteilt die Neutronenstrukturen existieren. Bei Rissabständen von 1 bis 15 m beträgt die lineare Dichte der Neutronenmoden quer zum Lineament ca. 1/m. Risspaare mit geringeren und mit größeren Abständen sind im Sinne der Ausbildung stabiler Neutronenstrukturen nicht aktiv. Ein ähnliches Phänomen der Strahlungsstruktur ist gut bekannt bei planaren Multimoden-Lichtwellenleitern /3/. Versteht man die aus der Tiefe kommenden Neutronen ebenfalls als zwischen zwei Erdkrustenrissen geführte Wellen (Moden), so lassen sich alle in diesem Zusammenhang bisher vom Autor beobachteten Effekte in Einklang bringen. Zwei parallele Erdkrustenrisse mit dazwischen geführten Neutronenwellen würden somit einen terrestrischen Multimoden-Neutronenwellenleiter darstellen, der auf die Biosphäre einwirkt (Bild 1). Allein die Existenz mehrerer nicht paralleler Risssysteme lässt den Schluss zu, dass sich terrestrische Neutronenwellenleiter in einem Punkt auch sternförmig kreuzen können. Da sich die Neutronen in einem Multimoden-Wellenleiter auf die Moden konzentrieren, ist ihre Dichte zwar dort erhöht, jedoch dazwischen gering. Infolge der Wellen-Überlagerung bestehen am Sternpunkt noch größere Intensitätsunterschiede.

Biophysikalische Modellvorstellung: In Übereinstimmung mit den physikalischen Eigenschaften insbesondere langsamer Neutronen hatten die immobilen Lebewesen im Prozess der Evolution nur sehr begrenzte Möglichkeiten, sich anzupassen.  Je mehr "aktive" Doppelrisse sich in einem Rissstem kreuzen, desto konstruktiver ist daher der Standort (Bild 2), weil es für die Lebenszone des Baumes (Kambium) viele Abschnitte gibt, in denen die Neutronendichte deutlich kleiner ist als der laterale Mittelwert in der Biosphäre. Zugleich kann der Platz aber desto destruktiver für den Baum an den Stellen sein, wo ihn die Modenbestandteile mit ihren erhöhten Neutronendichten treffen. Insofern kann ein "aktiver" Rissstern für einen Baum, der zufällig darauf wächst, infolge des neutronogen konkurrierenden, konstruktiven und destruktiven Wachstumspotentials außergewöhnlich wuchs- und formbestimmend sein.

Feststellung in der NaturEs gibt viele Beispiele extrem gewachsener Einzelbäume (und anderer Pflanzen). Ausgangspunkt der Untersuchungen des Autors waren nämlich Naturbeobachtungen des sehr konstruktiven (zeitweise hohe Wachstumsrate und Vitalität) und zugleich des oft überaus destruktiven Zustandes (z.B. extreme Abweichungen vom Standard der Baumform) von gewissen Einzel- bzw. Solitärbäumen.

Forschungsaufgabe: Die weitergehenden Untersuchungen des Autors sollen die Modellvorstellungen testen und gegebenenfalls einen Zusammenhang herstellen zwischen Neutronenstrukturen in den Bereichen der Erdkruste sowie der Biosphäre und dem Zustand von Bäumen. Es interessiert auch die Frage, inwiefern die Baumform und weitere auffallende neutronotrope Strukturmerkmale einen Teil der Neutronenstruktur des geologischen Standortes widerspiegeln, der natürlich nicht allein durch parallele Erdkrustenrisse bestimmt ist.

Der Autor bezeichnet dieses Phänomen als Neutronotropie.

Literatur

1. Smith, D. G. (Ed.): The Cambridge Eneyclopedia of Earth Sciences, Cambridge University Press, Cambridge, 1989

2. Billings, M. P.: Structural Geology, Prentice-Hall, Englewood Cliffs, 1976

3. Ebeling, K. J.: Integrierte Optoelektronik, Springer-Verl., Berlin, 1989