Zum Inhalt und zum Autor

Hänschen wurde in einer Zeit während des 2. Weltkrieges in Schlesien geboren als sich die Kämpfe in Russland immer weiter von Deutschland entfernten. Dann aber wurde die Heimat von der Front überrollt. Als das Kind nach Kriegsende wieder in sein Dorf zurückkam, hatte sich alles, aber auch alles verändert. Viele Häuser waren zerstört. In den meisten anderen Anwesen ließen sich soeben polnische Neusiedler nieder, so dass für ihre deutschen Eigentümer kein Platz mehr war. Die meisten wurden vertrieben. Auch Hänschens Geburtshaus war betroffen, doch gab man sich vorläufig mit einer polnisch-deutschen Teilung zufrieden. So konnte Mama die Stellung halten. Sie sagte immer: „Der Papa kommt wieder!“

Polen und verbliebene Deutsche mussten sich arrangieren. Im umkämpften Dorfboden lagen noch viele Minen, so dass die Ernte ausblieb … und der Hunger wurde jahrelang für alle ein böser Gevatter. Die großen Tiere existierten ohnehin nur in der Erinnerung, denn sie sind die ersten Kriegsopfer gewesen. So wurden die kleinen Tiere zur Zielscheibe alter und junger Jäger, und zwar so lange … bis auch sie ausgerottet waren. Und an allem waren der Krieg und der Hunger schuld.

Aus dem Hänschen ist längst ein Hans geworden, der noch als 9jähriger Bube aus seiner schlesischen Heimat vertrieben worden ist. Wie Hans im Glück kam Hänschen einst bettelarm in Sachsen an, doch dort wartete bereits der Papa nach langer russischer Gefangenschaft. So war die Welt wieder in Ordnung, zumal er später als gelernter Physiker selbst untersuchen konnte was sie zusammenhält. Auf seine alten Tage kommt nun die starke Kraft der Erinnerung an die Kindheit zurück. Und mit ihr defilieren die traurigen Schicksale vieler kleiner Tiere, die einst Hänschens Lebensraum teilten.



F.M.
06.08.14