Physik und Radiästhesie
Ansichten der „Ersten Wünschelruten-Ausstellung der Welt“

Angesehene Physiker und andere Naturwissenschaftler bekennen sich zur Notwendigkeit der Erforschung des Wünschelruten-Phänomens

Prolog
Ich hätte nicht gedacht, dass
Physik so interessant sein kann!

Ein Besucher der Ausstellung (2005)


Es ist schon ein streitiges Projekt, diese „Erste Wünschelruten-Ausstellung der Welt: Physik und Radiästhesie“, die der Sächsische Verein für Forschung e.V. im Schloss Lichtenwalde bei Chemnitz im Jahr 2000 ins Leben gerufen hat. Es gab daher viele Besucher, die sich weiter führendes Informationsmaterial gewünscht haben. Diesem Anliegen ist die vorliegende Broschüre - die wir zugleich in unsere Internetseite www.drhdl.de stellen - zumindest als erster Schritt gewidmet.

Ebenso wie sich die Ansichten von außen zum Thema vielfältig spreizen, gibt es gewissermaßen jene einzige innere Sicht des Veranstalters: Physik und Radiästhesie. Damit wird die Sache freilich nicht einfacher, sondern eher sehr viel komplizierter, denn die Physik ist nun einmal keine Angelegenheit von Laien, die aber die Radiästhesie mit ihren Anhängern und Kritikern absolut dominieren. Der Veranstalter wird jedoch ermutigt z.B. durch folgenden Ausruf eines Besuchers nach zweistündiger Führung durch die Ausstellung: „Ich hätte nicht gedacht, dass Physik so interessant sein kann!

Radiästhesie steht als Fachgebiet für Wünschelruten- und Pendelereignisse, die nur mit Menschen funktionieren. Da jedoch auch der Homo sapiens Teil der Natur ist, geht es ebenso unstrittig in jedem Fall um natürliche Phänomene, für die in erster Instanz auf jeden Fall die Physik zuständig ist.

Genau so haben dies einzelne angesehene Physiker und andere Naturwissenschaftler in der Neuzeit gesehen und sich deshalb auch im Sinne der Aufklärung der Bevölkerung für die Notwendigkeit der Erforschung des Wünschelruten-Phänomens ausgesprochen. Ihre Namen und die aller anderen Akteure dieses Beitrages sind im Text stets fett hervor gehoben. Ihren Arbeiten und ihren damit verbundenen Schicksalen ist der vorliegende erste Teil der Ansichten der Wünschelruten-Ausstellung gewidmet. Damit sollen nicht nur ihre Forschungsansätze bzw. -ergebnisse für den Laien verständlich dokumentiert, sondern es muss - wie es ohnehin ein weiteres Hauptanliegen des Projektes ist - zugleich darauf aufmerksam gemacht werden, dass Wünschelrute und Pendel zum ältesten, unumstößlichen Kulturgut der Menschheit gehören.

Sollte es dem Autor vergönnt sein - der sich als Physiker ebenfalls in das leidige Thema verwickelt hat, sich jedoch zumindest in diesem Beitrag nur selten einmischt - so wird es in absehbarer Zeit aus seiner Feder wohl doch weitere einschlägige Ansichten und Einsichten zur Ausstellung geben.

Ouvertüre
daß diese eindeutige Beziehung der räumlichen Verteilung
der physikalischen Eigenschaften im Untergrunde zu der
Ausbildung des Kraft-, Strahlungs- oder Strömungsfeldes
an der Erdoberfläche nicht einfach umkehrbar ist.

Richard Ambronn
Richard Ambronn (1887-1954)

Beim Überschreiten von geologischen Störungen gäbe es wirklich eine physiologische Beeinflussung des menschlichen Nervensystems. Dies jedenfalls behauptete sinngemäß Richard Ambronn auch im Zusammenhang mit Wünschelruten-Untersuchungen /Ambronn (1)/ zu Beginn der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts, der mit seinem wissenschaftlichen Lebenswerk die Angewandte Geophysik als eigenständige naturwissenschaftliche Disziplin begründete. In seinem fundamentalen Buch „Methoden der angewandten Geophysik“ /Ambronn (2)/ wäre sonst vielleicht der folgende Satz unverständlich: „Infolge physiologischer Wirkung radioaktiver Strahlungen und Emanationen auf lebende Substanz - hier folgen zahlreiche Literaturzitate - wäre ein Einfluß erhöhter Radioaktivität der obersten Erdschichten längs Verwerfungen auf den Pflanzenwuchs denkbar, doch sind Beobachtungen nach dieser Richtung hin bisher nicht bekannt geworden.“ (Ambronn kannte offenbar Georgius Agricola´s Buch „De re metallica XII libri“ nicht.) R. Ambronn ging hier sogar einen Schritt weiter, indem er im gegebenen Kontext die Radioaktivität benannte. Es sei daher an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Erscheinungsjahr 1926 seines Hauptwerkes in die Zeit fiel, da man

* die γ-Strahlung noch als „harte Röntgenstrahlung“ bezeichnete und

* unter „durchdringender Strahlung“ nur die „sehr harte“ γ-Strahlung einordnete, während

* Neutronen (und damit die durchdringende Neutronenstrahlung) noch völlig unbekannt
waren.

Doch jene, für die Erdstrahlen-Radiästhesie möglicherweise so fundamentale Aussage einer möglichen Strahlungsfeld-Korrelation der Realstruktur der Erdkruste mit physiologischen Reaktionen machte dieser anerkannte Physiker nicht eben „nur“ aufgrund seiner zahlreichen wegweisenden Untersuchungen mit physikalischen Messgeräten, sondern auch mit der Wünschelrute /Ambronn (1)/! Er blieb zwar skeptisch gegenüber diesem „Instrument“, das ja ausschließlich an menschliche Handlungen gekoppelt ist, doch fand er es eben auch brauchbar. Damit gehört Richard Ambronn unbedingt zu den ersten, zudem sehr angesehenen deutschen Physikern, die das Wünschelruten-Phänomen aufgrund von teilweise positiven Erfahrungen als natürlich anerkannten und sogar für ihre Zwecke zu nutzen wussten.

Vielleicht noch sehr viel wichtiger ist jedoch Ambronn´s Schlussfolgerung, wonach auf den gleichen geologischen Profilen, wo der Organismus grundsätzlich anspricht (wie auch viel später sein prominenter Kollege R. Lauterbach /Lauterbach/) eine eindeutige Beziehung zu Messungen der Radioaktivität besteht.

Repetition
“Die Zeitwahrnehmung des Menschen wird
durch geophysikalische Felder beeinflusst.“

Robert Lauterbach
Robert Lauterbach

In seiner Laudatio für „Akademiemitglied Nationalpreisträger Prof. Dr. sc. nat. Robert Lauterbach - 65 Jahre“ ehrte Professor Gerd Olszak im Jahr 1980 /Olszak/ seinen Kollegen, der sich als einer der wenigen DDR-Wissenschaftler u.a. durch Einführung der Mikromagnetik und der Gamma-Spektroskopie in die geophysikalische Erkundung anhaltend hohe internationale Anerkennung erworben hatte.

Eher unauffällig kommen Lauterbach´s eigene Argumente in seinen Veröffentlichungen daher, denn schließlich hat er das getan, woran jeder Geophysiker erst einmal denkt: Geologie studieren, physikalische Argumente sammeln und messen, messen, messen, ... Er hat es freilich souverän getan, grundsätzlich neue Messverfahren entwickelt und dabei trotzdem nicht gescheut „naturnahe“ Methoden zu gebrauchen. So stieß er auch auf das Wünschelruten-Phänomen. Seine relevanten Forschungsergebnisse trugen u.a. maßgeblich zum Beitrag der Medizinerin Dr. A. Reincke über „Zeitwahrnehmung und Geophysik“ /Reincke/ bei, denn gerade gemeinsam mit ihr erforschte er in den 70iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts jenen bemerkenswerten Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung der Zeit durch Zählen bei gleichzeitigem Überschreiten von geologischen Störungen, also einer damit erwiesenen physiologischen Beeinflussung des menschlichen Nervensystems durch Fernwirkungen der Realstruktur der Erdkruste. Da Lauterbach und sein Team gleichzeitig „signifikante Beziehungen zwischen der Zeitwahrnehmung des Menschen und den Wetterphasen und damit der elektromagnetischen Strahlung im Infralangwellenbereich“ /Reincke/ herstellen konnten, wurde auch in diesem Beitrag geschlussfolgert: „Auf Grund der erforderlichen Wirkungstiefe (ca. 4 km) kommen bei diesem Tiefenbruch - gemeint ist die untersuchte Rostock-Gramzower Verwerfungszone - nur elektromagnetische Strahlungen im ELF-Bereich in Frage, zumindest müssen sie wesentlich beteiligt sein.“ Dabei wurde sich vor allem auf den Physik-Professor H. L. König bezogen, der im Zusammenhang mit der Wünschelruten-Forschung, siehe weiter unten und /König/, eine maßgebliche Rolle gespielt hat. Vielleicht sind es jedoch gerade Lauterbach´s Kernstrahlungs-Messungen, auf die Ambronn bereits vorsichtig aufmerksam machte, die man mit Blick auf das Wünschelruten-Phänomen favorisieren muss.

Der noch berühmtere DDR-Astrophysiker H.-J. Treder /Treder/ ergänzte im Rahmen der o.g. Lauterbach-Ehrung in seinem Beitrag über das Verhältnis von Physik im allgemeinen und Geophysik im besonderen wie folgt: „Die Randbedingungen, die die Paläophysik im Sinne von Lauterbach erschließt, sind die Wechselbeziehungen der Erde mit dem kosmischen Raum durch Stoff-, Energie- und Impulsaustausch.“ Haben wir da etwa zumindest jenen ominösen „Energiefluss“ angesprochen, der bekanntlich nach anerkannten „Paläo“-Mythologien ... und neuzeitlichen Radiästheten in aller Welt im wahrsten Sinne des Wortes zwischen Weltraum und Erde hin und her pendeln soll? Abergläubischer, esoterischer Unsinn, der mit der physikalischen Wahrheit (z.B. „The Whole Truth“ nach J. T. Enright /Enright (2)/) nichts zu tun hat, wäre wohl die Standard-Antwort vieler Naturwissenschaftler. Doch was tun, wenn sich gar eines Tages Teilchen bzw. Quanten als Energie- bzw. Impulsüberträger heraus stellen sollten, die unserer physiologischen Struktur trotzdem irgendwelche Informationen aus der Umwelt einschreiben? Immerhin haben dies seit Ambronn einige sehr ernst zu nehmende Physiker für möglich gehalten. Dazu gehört eben auch R. Lauterbach, der schon mal ganz bewusst dafür den „Wünschelstab“ gebrochen hat. Es ging im Theater „Physik und Radiästhesie“ aber noch sehr viel prominenter zu.

Finale
Um das Wünschelruten-Phänomen zu klären:
Man sollte also in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft
ein Forschungsinstitut dafür errichten.

M. Planck

Max Planck (1858-1947)

Der Begründer der Quantenphysik, Max Planck, hatte nicht etwa eine Beziehung zur Radiästhesie wegen des in der Esoterik so arg strapazierten „Alles schwingt“-Prinzips. Nein, er war mit Haut und Haaren ein Physiker mit der typischen Erfahrung, wonach alle vermeintlich neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse argwöhnisch und pingelig bis ins Letzte erst einmal zu betrachten und zu überprüfen sind. Nennen wir zwei derartige Grundsätze, an die sich jeder Naturwissenschaftler zu halten hat:

1. Jede Theorie ist durch das Experiment zu verifizieren. Tritt auch nur eine winzige Abweichung auf, so ist sie unvollständig oder falsch. Die Natur ist der einzig zulässige Prüfstein!

2. Das Experiment muss - vom beliebigen Fachmann ordnungsgemäß und kritisch ausgeführt - zu jeder Zeit und an jedem Ort zu den gleichen Ergebnissen führen.

Würde man nun allein diese Kriterien an beliebige Veröffentlichungen eines beliebigen Radiästheten ansetzen, es gebe einen katastrophalen Durchfall! Max Planck war also im Denken und Handeln sogar weit ab von der radiästhetischen Mitte und gleich gar von den Konservativen dieser Branche, die meinen, ungemein forsch in vergleichbaren Angelegenheiten vorgehen zu dürfen, ja zu müssen!

Damals wie heute ist die diesbezügliche Spaltung der Bevölkerung leider eine unausbleibliche Folge, denn es geht ja zum Beispiel um die Gesundheit. Das esoterische Chaos bekommen selbstverständlich die Naturwissenschaftler mit, und die meisten von ihnen distanzieren sich gern und schweigend. Während freilich die Verhältnisse bei Normalbürgern eher zum Verhältnis 50 % : 50 % tendieren, finden sich seriöse Fachleute mit Interesse für die Wünschelrute - der Autor betont ausdrücklich „mit Interesse“ und nicht etwa als Mitwirkende - eher im ppm-Bereich. Somit neigt die Wissenschaft dazu, das Feld den Laien zu überlassen. Es entsteht jener fatale Kreis-, Leer- und Überlauf, den Gewitzte der Branche mit allerlei Skalarwellen, Neutrinopower, Raumquanten, Wirbelfeldern, Gravomagnetismus, ... oder auch Bioplasma, Aurawundern und Entstrahlungsgeräten nach Herzenslust füllen.

So erscheinen der seriösen Autorität weder Wünschelruten- noch Pendelphänomene „wissenschaftsfähig“. Max Planck war im Jahr 1932 als Präsident (!) der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft trotzdem anderer Meinung. Er wurde nämlich in einem öffentlichen Rundfunkinterview („Gelehrtenfunk“/Gesprächsleiter: H. Hartmann) gefragt, ob er noch besonders vordringliche Aufgaben für die Gesellschaft sähe. Hier seine überraschende Antwort, /Brüche (2)/: „Sie wissen, dass gewisse Fragen, wie die der Erdstrahlen und der Wünschelrute, die Gemüter recht erregen. Leider schleicht sich in die öffentliche Behandlung dieser Fragen oft ein übles Geschäftsinteresse ein. Man sollte also in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft ein Forschungsinstitut dafür errichten, so das öffentliche Leben reinigen - es hat es wahrlich nötig genug! - und Fragen klären, die eben nur mit den Mitteln der reinen Wissenschaft geklärt werden können. Scharlatanerie haben wir gerade genug. Freilich bestehen auch in wissenschaftlichen Kreisen einige Bedenken dagegen, sich überhaupt mit solchen Fragen zu beschäftigen, man sieht sie als nicht wissenschaftsfähig an; ich denke aber anders und möchte auch da in universaler Form forschen helfen. Kein Gebiet soll ausgeschlossen sein. Und es entsteht nur auf diese Weise eine Beruhigung im Volke, das oft in unverantwortlicher Weise auf diesen Gebieten beunruhigt wird.“ Die Ernsthaftigkeit dieses Standpunktes wird vom Direktor des Max-Planck-Institutes für Wissenschaftsgeschichte, Prof. J. Renn, noch durch die folgende Einschätzung unterstrichen (s. www.mpiwg-berlin.mpg.de).: „Über den Einsatz für sein eigenes Fachgebiet (die Physik) hinaus hat Planck als Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft - soweit uns bekannt - keine eigenen Initiativen zur Bearbeitung bestimmter Forschungsgebiete oder zur Gründung neuer Institute unternommen, jedenfalls wenn man von einer einzigen allerdings kuriosen Ausnahme (s. oben) absieht.Max Planck war offensichtlich persönlich der vollen Überzeugung, dass das Wünschelruten-Thema vordringlich und bald auf den Prüfstand der Physik zu stellen sei.

Leider wartete die unmittelbar nachfolgende Geschichte dem deutschen Volke im allgemeinen und M. Planck im besonderen mit ganz anderen Unruhen auf, und das „Forschungsinstitut für Physik der Wünschelrute“ gehört bis heute zum Sagenschatz der Menschheit. Doch verfolgen wir die prominent naturwissenschaftlich geprägte Geschichte der Radiästhesie von ihren Anfängen bis in unsere Zeiten. Es ist nämlich gerade dieser Streifzug, der letztlich die mit entscheidenden Indizien dafür liefert, dass am Naturphänomen Wünschelrute tatsächlich etwas dran ist.

Die Gegner müssen erst aussterben,
ehe sich das Neue durchsetzen kann.

Albert Einstein
(Stammt das wirklich von ihm?)

Albert Einstein (1879-1955)

In der Zeit vom 16. Mai bis zum 30. September 2005 fand im Kronprinzenpalais zu Berlin die Exposition „Albert Einstein - Ingenieur des Universums“ statt (
www.einsteinausstellung.de). Man käme nicht ins Grübeln, weil dem Genie unter anderem ein ganzer „vergoldeter Raum“ gewidmet war, wenn nicht darin eine Wünschelrute (!) und ein zugeordneter Brief Einstein´s an einen seiner Söhne ausgestellt worden wären, wie die Berliner Zeitung am 30. April 2005 veröffentlichte. Darin habe sich Einstein ausgesprochen nachdenklich zu diesem Thema ausgesprochen. Trotz einiger Versuche gelang es dem Autor bisher leider nicht, beim Veranstalter näheres zu erfahren. So wird sich an dieser Stelle auf die verfügbaren Angaben im Internet beschränkt.

Die Berliner Zeitung interpretierte die ungewöhnliche Präsentation als „Dokumentation, wie sich Menschen Naturphänomene erklären, für die es keine offensichtliche Ursache gibt“. Auch die Aussteller - unter Leitung des Max-Planck-Institutes für Wissenschaftsgeschichte - kamen im Internet nicht in Erklärungsnöte: Es sei halt ein Beispiel „für Alltagstheorien über unsichtbare Kräfte“. Zudem stellte das Deutsche Museum als Mitveranstalter eine Galerie von 17 physikalischen Messinstrumenten aus der Zeit um 1910 zur Verfügung, die Einstein so fruchtbar inspirierte. Offenbar nicht von ungefähr war darunter als „moderne“ Version der Wünschelrute auch der Automatische Quellenfinder eines Adolf Schmid, in dem als Anzeiger eine über einer Spule aufgehängte Nadel „in der Nähe von Wasseradern“ ausgeschlagen haben soll (www.deutsches-museum.de). Dieses Messgerät erinnert übrigens an das Radiodynamometer, mit dem der Physiker Paul E. Dobler zum gleichen Zweck bis zum Jahr 1939 experimentiert hat, worauf weiter unten einzugehen ist. Es soll an dieser Stelle jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass der Physiker R. Bock im Jahr 1936 solche Geräte insbesondere ob ihrer Instabilität bei der Bestimmung kleiner Feldgrößen vernichtend kritisiert hat /Bock/: „Ergebnisse, die irgendeinen Wert besitzen, sind nicht erzielt.

Fortissimo
Wirklich gehören nachgerade Individuen,
wie Campetti
(also Wünschelrutengänger),
eben so gut
(wie Messgeräte) zu einem
physikalischen Cabinet.

J. W. Ritter
Johann Wilhelm Ritter (1776-1810)


Bevor wir zum Thema in die Neuzeit vordringen, müssen wir erst einmal weit zurück schauen. Die naturwissenschaftlich ernsthafte Untersuchung des Pendel- und Wünschelruten-Phänomens begann nämlich zumindest bereits im 18. Jahrhundert mit dem Physiker Johann W. Ritter. Dieser viel zu jung verstorbene Mann, nach vielen Einschätzungen zudem die „Schlüsselfigur der Romantik“, hat sich selbst in der Physik ein ewiges Denkmal gesetzt, indem er die Elektrochemie sowie die Reiz- und Sinnesphysiologie begründete und u.a. auch das ultraviolette Spektrum des Lichtes entdeckte. Nicht auszudenken, wo wir vielleicht jetzt bereits wären, wenn dieser geniale Mann schon die Radioaktivität gekannt hätte.

Leider für sich zu stark vereinnahmt worden ist das Genie langjährig auch durch J. W. von Goethe, denn Ritter versprach Aufklärung in Sachen brennender Fragen der Wünschelruten- und Pendel-Phänomene! Goethe´s im Grunde unerfreuliche, weil irreführende Rolle in Sachen Physik dürfte sich auch im Verhältnis zu dem aufstrebenden Forscher bremsend ausgewirkt haben. Und als es darauf ankam, hat der einflussreiche Geheimrat dem in Nöte geratenen jungen Mann nicht einmal geholfen. Ritter glaubte jedenfalls - und damit ging er wohl, die Physiologie betreffend, auch nicht ganz fehl - in der Elektrizität die Erklärung vieler relevanter Effekte zu finden. Seine entsprechenden physikalischen Experimente mit sich selbst steigerten sich teilweise exzessiv, so dass ihn die Nachwelt sogar als den „elektrisierten Physiker“ titulierte.

Ritter hat aber auch selbst gependelt, was ihm ebenso Kritik von Fachkollegen einbrachte wie bestimmte Schlussfolgerungen, die er - nach ihrer Meinung viel zu voreilig - bei eigenen und bei Experimenten mit dem damals berühmten italienischen Pendler und Rutengeher Francesco Campetti zog. Und es mag so manchem redlichen Physiker unserer Tage grauenhaft erscheinen, wenn Ritter 1808 postuliert /Richter/: „Wirklich gehören nachgerade Individuen, wie Campetti, eben so gut zu einem physikalischen Cabinet, als Luftpumpe und Elektrisirmaschine, und noch nötiger.

Für Esoteriker und esoterisch veranlagte Radiästheten lautet die gute Nachricht trotzdem wie folgt: Jenes von ihnen so geliebte „Alles schwingt“-Motto stammt aus der Feder von J. W. Ritter! Diese für sie beinahe erotisierende Formulierung wurde ihnen geradezu zum Leitbild aller „Erklärungen“ dessen, was man heute in der Branche auch als das zauberhafte „Feinstoffliche“ bezeichnet. Doch wer erinnert sich schon dessen, das es der junge, romantische und also harmoniebewusste Physiker war, dem diese Einsicht lange vor James Maxwell (1831-1879), Heinrich Hertz (1857-1894) und auch vor den Entdeckern der Quantenphänomene kam, die dieses eigenartige Prinzip - freilich unter etwas anderen Gesichtspunkten - sogar letztlich physikalisch zu begründen vermochten.

Wahrscheinlich trugen vor allem die elektrochemischen Selbstversuche zum frühen Tod Ritter´s bei. Zum Glück hinterließ er rechtzeitig in den Jahren 1806 bzw. 1808 zwei in der Sache für seine Zeit bedeutende Werke: „Die Physik als Kunst“ /Ritter (1)/ und „Der Siderismus“ /Ritter (2)/. Romantik und starke Wünsche, die „Pendel- und Rutenfrage“ sowie die Dualität/Polarität der Dinge aufzuklären, geben sich darin die Hand. Der betont konzeptionelle Status seines „Siderismus“ lässt allerdings ahnen, dass Ritter sich noch vieles zum Thema vorgenommen hatte. Leider kam es nicht dazu. In seinem modernen Pendant „Kunst als praktische Wissenschaft“ geht S. Azzouni im Jahr 2005 /Azzouni/ übrigens auch auf Ritter´s Arbeiten ein. „Das Erz- und Wasserfühlen gehörte zum um 1800 viel diskutierten Themenkomplex des sogenannten tierischen oder animalischen Magnetismus.“, stellt er fest und betont zugleich Goethe´s „deutliches, aber gleichzeitig distanziertes Interesse“ daran. (Freilich, das ist schon wieder eine Lüge der realitätsfremden Goethe-Verehrer und Geschichtsfälscher, denn dieser ging einschlägig alles andere als „distanziert“ zur Sache. Die Ausstellung „würdigt“ übrigens diese Eigenart, indem sie Spöttern, Kritikern und Fälschern - die sich eigentlich nur irgendwie wichtig tun wollen - durchaus den Auftritt nicht verwehrt.)

Erinnern wir an das Wichtigste: Für Johann W. Ritter gab es neben der Wünschelrute gleichberechtigt auch den Siderischen Pendel. Die Bewegungen bzw. Anzeigen beider waren für ihn ein physiologisches Phänomen. Leider wissen selbst heute nur wenige aufgeklärte Eingeweihte, dass man somit mit beiden „Zeigerinstrumenten“ radiästhetisch gleichermaßen arbeiten kann. Nur die Gebrauchseigenschaften und persönliche Neigungen machen in Wirklichkeit einen Unterschied.

Dissonanzio
Wünscheln und Pendeln ist immerhin
une classe particulie`re de mouvements musculaires

M.-E. Chevreul
Michel-Eugene Chevreul (1786-1845)

Der französische Chemiker Michel-Eugene Chevreul stand als Direktor des Museums für Naturgeschichte und Mitglied der französischen und der britischen Akademien der Wissenschaften in hohem Ansehen. Auch an ihm sind die Romantik und der „animalische Magnetismus“ nicht spurlos vorbei gegangen. Also beschäftigte er sich intensiv mit Pendel und Wünschelrute. Ihm sei die Sache von Anfang an spanisch vorgekommen, und er habe, sicher in Kenntnis der Ritter´schen Veröffentlichungen, mit dem Physiker Andre Marie Ampere (1775-1836) über „une classe particulie`re de mouvements musculaires“ (eine spezielle Art der Muskelbewegungen) korrespondiert /Bischof/. Später schrieb er ganze Bücher zum Thema. Zu seinen Experimenten mit Pendel und Wünschelrute unter prominenten Zeugen (u.a. A. M. Ampere) erhielt er sogar den Auftrag der französischen Akademie der Wissenschaften. Es ging darum, ob der Pendel (oder die Wünschelrute) an sich für seine Bewegung zuständig ist oder ob es sich letztlich um muskuläre, also physiologische Effekte handelt. Es kam zur Fixierung der Pendlerhand z.B. an einer statisch sicheren Holzbank, und siehe da, nichts ging mehr! Das war Chevreul denn nun doch zu viel des Hokuspokus. So ist er für immer als einer der ersten Naturwissenschaftler verbrieft, der an der Radiästhesie massiv, weil scheinbar exakt begründet, Kritik übte. Doch indem man den Zeiger einer Uhr fest hält, kann man nicht verhindern, dass die Zeit weiter läuft.

Furioso
„die natürliche Reihenfolge der Elemente und zusammengesetzten
Körper als Resultat der Beobachtung ihrer dynamischen Wirksamkeit

(auf den Pendel)

J. K. Bähr
Johann Karl Bähr (1801-1869)

Auch Johann Karl Bähr war Chemie-Professor, und zwar am damaligen Vorgänger der Technischen Universität Dresden. Wie viele seiner Kollegen suchte er eine Ordnung, in der er die damals bekannten Elemente und Stoffe einfügen konnte. Man suchte etwas, was für uns heute selbstverständliche Dinge wie das Periodensystem, die Galvanische Kette oder Elektronenstruktur-Systematiken von anorganischen und organischen Verbindungen sind. So verschieden wir diese einordnen und nutzen, so wissen wir, dass die Bindungskräfte ihnen allen übergeordnet sind, doch die Atomphysik war damals noch in den Kinderschuhen. Immerhin ging Bähr - wie die Physik seiner Zeit (und eben auch J. W. Ritter) - davon aus, dass Materie unbekannte, anziehende bzw. abstoßende Kräfte „aussendet“. Empfindliche Menschen seien in der Lage, diese radiästhetisch zu verarbeiten, meinte auch Bähr. Damit stand er J. W. Ritter tatsächlich sehr nahe, der diese, angeblich charakteristische Pendelschwingungen auslösenden „Kräfte“ der Elektrizität bzw. dem Magnetismus zuzuschreiben suchte. Für Bähr waren jedoch letztlich nicht die physikalischen Grundlagen von Interesse, sondern eine rein radiästhetische, also mentale Systematisierung der Elemente und Verbindungen, womit er sich freilich auf den naturwissenschaftlichen Holzweg begab.

J. K. Bähr sah die Lösung an sich im Siderischen Pendel! Nach vielen Versuchen, in denen er auch die Pendeltechnik - sein eigentliches Verdienst - weiter entwickelte, fand er nämlich das „Winkelmaß der Dinge“, mithin den „dynamischen Kreis“. Die „inneren Eigenschaften“ der Stoffe hätten eine „dynamische Tätigkeit“ - ausgedrückt im Erscheinungsbild der Pendelschwingungen, so meinte er - zur Folge. Und so brachte einer seiner wichtigsten Lehrsätze zum Ausdruck, dass „die natürliche Reihenfolge der Elemente und zusammengesetzten Körper als Resultat der Beobachtung ihrer dynamischen Wirksamkeit (auf den Pendel!)“ zu interpretieren sei. Quantitativ drückte sich dies in der Winkelzuordnung in seinem Dynamischen Kreis aus. Bähr tat dies gründlich, wenn auch nur mit den zu seiner Zeit bekannten Elementen - Isotope waren übrigens noch kein Thema - und bedeutsamen Verbindungen. Zudem wusste er mit der „Polarität“ umzugehen, und er ordnete sie sogar den verschiedenen Körperregionen zu. Somit hat die biologisch-medizinische Pendel- und Wünschelruten-Applikation, zumindest insoweit es die Diagnostik in ihren inzwischen weit verzweigten Spielarten berührt, in ihren Wesenszügen diese historische Quelle, obgleich noch einmal hier unbedingt ein Vorgänger zu nennen ist: Johann Wilhelm Ritter.

Wenn sich die Naturwissenschaften später auch völlig anders orientierten, so kommt doch Johann K. Bähr insbesondere mit seinem Buch „Der dynamische Kreis“ /Bähr/ das Verdienst zu, die gesamte moderne Pendelsparte der Radiästhesie begründet zu haben. In der Ausstellung wird dies unter anderem dadurch gewürdigt, dass die gebräuchlichen Pendelskalen, Pendeltabellen, Pendelteil- und Pendelganzscheiben auf nichts anderes als Bähr´s Dynamischen Kreis zurück geführt werden können. Heute bearbeiten einschlägige „Experten“ quasi alles, was man sich zwischen Materiellem bis Spirituellem nur so denken kann, und „Große Pendelbücher“ enthalten Hunderte von Themenkomplexen. Stets gilt das gleiche (digitale) Schema: Ich frage, und die Antwort lautet „Ja“ oder „Nein“. Aber aufgepasst, hat den Bähr die Wahrheit gefunden?

Gemäß seinem Denkansatz haderte Bähr beim Pendeln bald zeitweise mit sich selbst. Irgendwie spürte er, dass seine Hände und Arme am Pendeleffekt beteiligt waren, was er jedoch für unzulässig befand. Auch er wollte die Pendeltechnik vom vermeintlich subjektiven Einfluss frei machen! So findet man in seinem Buch genaue Zeichnungen von mehrfach verbesserten Holzgestellen, die die Hand bzw. den Finger fixieren sollten. Hätte er bei seinem berühmten französischen Kollegen und Mitglied mehrerer Akademien der Wissenschaften M.-E. Chevreul aufmerksamer nachgelesen (er muss dessen Arbeiten gekannt haben!), der Bähr´s Thema z.B. in /Chevreul/ schon früher und wesentlich kritischer abgehandelt hatte, so wäre ihm sicher einiges erspart geblieben. Bähr´s hochbeinige Vorrichtungen, zudem auf der Grundlage von Holzleisten ausgeführt, erfüllten nämlich - von ihm letztlich unbemerkt - nicht die gestellten Anforderungen, und so konnte er wenigstens unbeschwert seine Arbeiten fortsetzen ...

Der Wünschelruten-Ausstellung verhalf dies zu einem Demonstrationsmodell. Mit Unterstützung eines geschickten Tischlers wurden Bähr´s Pendelgestelle exakt nachgebaut. So kann man sich selbst davon überzeugen, dass die Fixierung auf diese Weise nicht ganz möglich ist. Erst wenn man den Pendel an einem absolut stabilen Punkt befestigt - etwa an einem Stahlbügel, der in der Ausstellung an einem Tisch mit verstellbaren Füssen angeschraubt ist - gelingt dies. Allerdings herrscht dann auch für alle Zeiten Ruhe. Da kann man im Finger-Kontakt mit dem Pendelfaden noch so viel „Denkarbeit“ leisten, „Feinstoffliches“ verspritzen, beten oder Zaubersprüche deklamieren: Der Siderische Pendel steht wie bei M.-E. Chevreul absolut still!

Damit ist Johann Karl Bähr zwar (wohl eher versehentlich) scheinbar weiter als Chevreul gekommen, doch geriet er nun erst recht auf Glatteis. Er wurde im Laufe der Jahre sogar seines totalen Irrtums überführt, denn es gibt keine äußere Kraft „an sich“, die - von den Dingen ausgehend - den Pendel bewegt!! Während ungezählte nachwachsende Radiästheten dies bis heute immer noch nicht mitbekommen haben, könnten jetzt eigentlich aufmerksame Leser eine Krise bekommen, doch sollten sie sich das lieber für später aufheben.

Wir konstatieren einstweilen, dass Johann K. Bähr eben keinPeriodensystem aller damals bekannten chemischen Elemente und zusammengesetzten Substanzen“ aufgestellt hat, wie M. Bischof /Bischof/ jüngst schon wieder missverständlich formulierte. Vielmehr hat er lediglich ein mentales Beziehungsschema der Stoffe entwickelt, das allerdings niemals eine naturwissenschaftliche Bedeutung hatte und das zudem jeder andere Pendler im Doppelblindversuch völlig anders aufstellen würde. Wetten, dass??

Oder sagen wir es anders: Der mentale Beziehungstest mit Pendel, Wünschelrute oder auch ohne Hilfsmittel ist selbst bisher noch nie naturwissenschaftlich haltbar überprüft worden. Vor diesem Scharfrichter könnte er sich nämlich eines Tages als Luftnummer erweisen. Warnend in diesem Sinne hebt sich deshalb das erschütternde Ergebnis des „Pendelversuchs von Lichtenwalde“ ab, der fast nebenbei und als „Schatzsuche“ getarnt in der „Ersten Wünschelruten-Ausstellung der Welt: Physik und Radiästhesie“ ablief (www.drhdl.de).

Gelassenheit
und es hat sich neben manchem Versagen
eine stattliche Reihe von Tatsachen
zugunsten der Wünschelrute ergeben

E. Haschek und K. F. Herzfeld
Physiker aus Wien und München melden sich zu Wort

Wechseln wir den Schauplatz und gehen vor ins Jahr 1919, und zwar ins Physikalische Institut der Universität Wien, wo die Herren E. Haschek und K. F. Herzfeld soeben in den „seit längerer Zeit hin und her wogenden Kampf der Meinungen über das Phänomen der Wünschelrute“ mit einer Pro-Meinung eingriffen. Sie waren nämlich tief beeindruckt, denn „Im verflossenen Kriege (gemeint ist der 1. Weltkrieg) nun kam die Wünschelrute zu intensiver Verwendung und es hat sich neben manchem Versagen eine stattliche Reihe von Tatsachen zugunsten der Wünschelrute ergeben ...“ - militärische Anwendungen der Wünschelrute sind übrigens ein Thema der Wünschelruten-Ausstellung - und sie wollten der Sache tiefer auf den Grund gehen. Sie fanden im Bergrat Dr. Waagen, dem Chefgeologen (!) der Geologischen Reichsanstalt in Wien, einen „geübten und sehr empfindlichen Rutengänger“. Die beiden Physiker betonten selbstverständlich in ihrer Veröffentlichung im Jahr 1921 /Haschek, Herzfeld /, dass sie sich bei ihren Untersuchungen nur auf die physikalische Seite der Angelegenheit bezogen hätten. Aufgrund auch von Experimenten mit Faradayschen Käfigen glaubten sie immerhin, mit dem elektrostatischen Feld einen Ansatz für „eine physikalische Theorie der Wünschelrute“ gefunden zu haben. Sie gingen aber in gedämpfter Euphorie beileibe nicht so weit wie 15 Jahre später P. E. Dobler, der sich gleich am Ziel wähnte.

Aufruhr
Er habe in der Hand die
Lösung des Problems der Wünschelrute

P. E. Dobler
Paul E. Dobler

Mit einem vielsagenden Satz - “Von jeher hatte ich großes Interesse für die Wünschelrute und verwandte Erscheinungen.“ - leitete Paul E. Dobler das letzte seiner einschlägigen Bücher ein /Dobler (4)/, welches er habe drucken lassen müssen, weil die offenbar von allen guten Geistern verlassene Schriftleitung der „Zeitschrift für Wünschelrutenforschung“ seinen eingereichten Aufsatz nicht (!) habe annehmen wollen. (So fragt man sich mit Recht, was dann in diesem Organ veröffentlicht worden ist.)

Und doch glaubte er wie kein Physiker vor ihm und bis heute keiner von ihnen nach ihm die „Lösung des Problems der Wünschelrute“ /Dobler (2)/ in der Hand gehabt zu haben.

Seine Dissertation im Jahr 1906 an der Universität Tübingen zum Thema „Über die Sekundärstrahlung, welche entsteht, wenn die beta-Strahlung des Radiums dünne Metallschichten treffen, und den Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit der primären Strahlung, Schichtdicke und Intensität der Sekundärstrahlen“ /Dobler (1)/ weist ihn nicht nur als absolut ernsthaften Naturwissenschaftler bzw. fachlichen Zeitgefährten von Max Planck und Albert Einstein aus, sondern auch als einen der Pioniere der unmittelbaren Kernstrahlenforschung, gewissermaßen zwischen Marie Curie (1867-1934) und Ernest Rutherford (1871-1937).

Endlich sei es gelungen, meinte also sinngemäß P. E. Dobler im Jahre 1934 /Dobler (2)/ und veröffentlichte mit der ganzen Wucht eines seinerzeit in der Physik angesehenen Studienrats, der sich zugleich im Umgang mit der Wünschelrute auskannte, das Buch „Physikalischer und photographischer Nachweis der Erdstrahlen“ mit dem vielsagenden Überschriften-Zusatz „Lösung des Problems der Wünschelrute“. Das Schriftgut der Bayerischen Staats-Bibliothek München verzeichnet zudem in seinem Bestand das gedruckte Manuskript eines Vortrages /Dobler (3)/, den Dobler am 12. Juni 1936 vor dem Forschungsdienst des Reichsnährstandes in Feuchtwangen zum Thema „Natürliche elektrische Wellen (Erdstrahlen) und ihre Einwirkung auf den lebenden Organismus“ hielt.

Mit Bezug auf Dobler´s Gesamtwerk zum Wünschelruten-Thema vermerken wir gewissermaßen formal einstweilen seinen letzten Willen:

Erdstrahlen = elektrische Wellen.

Leider (oder selbstverständlich?) ist auch dieses für die radiästhetische Branche möglicherweise so fundamentale Gesamtwerk vielfach einschlägig unbekannt, weil Radiästheten nicht recherchieren und - wenn schon - so sicher weil weitgehend unverstanden (vielleicht mit Ch. Rohrbach als seltener Ausnahme, dessen bemerkenswerter Auftritt auf der radiästhetischen Bühne die Ausstellung ohnehin bereichert), denn Dobler arbeitete und veröffentlichte exakt und nachvollziehbar, also wie es sich für einen Physiker gehört. Das gilt uneingeschränkt für alle seine Veröffentlichungen bis zum Jahr 1936. Zu diesem Zeitpunkt war er offenbar von der Objektivität des Wünschelruten-Effekts derart überzeugt, dass er zumindest für sich die mit „physiologische Reaktion“ umschriebene Wünschelruten-„Messung“ /Dobler (3)/ als gleichberechtigt mit der Anzeige eines technische Instrumentes wertete. (Wir erinnern an Ritter, der den Rutengänger und Pendler „Campetti, eben so gut zu einem physikalischen Cabinet“ gehörig wie typische Laboreinrichtungen befand.) So hantierte Dobler - aber eben nur teilweise (!) - mit Unterstützung der Wünschelrute, um z.B. „Messungen“ über Wasseradern mit seinen Radiodynamometern und Blattinterferometern „sehr rasch und sicher“ zu gestalten /Dobler (4)/.

Doch zunächst legte Dobler, rein technisch-physikalisch orientiert, über radiästhetisch gemuteten Wasseradern z.B. Fotoplatten aus, die insbesondere im lichtdicht verpackten Kontakt mit Aluminium verstärkt geschwärzt worden sind, was an „neutralen“ Stellen nicht geschah. Indem er die Metallstreifen in Form einer Lecher-Leitung zurecht schnitt und an den Fotoplatten anbrachte, gelang ihm angeblich sogar die Bestimmung der Wellenlänge einer elektromagnetischen Strahlung „zwischen Ultrarot und kürzesten Hertz´schen Wellen“ (also vor allem Millimeter- bis Dezimeterbereich), das heißt, einer örtlich verstärkt auftretenden natürlichen Mikrowellenstrahlung, die er mit den gesuchten „Erdstrahlen“ identifizierte. Dieser Nachweis, so führte er ziemlich glaubhaft vor, sei ihm auch mit anderen in der Physik anerkannten Messverfahren gelungen. Er grenzte sich sogar noch eingangs seines Buches im Jahr 1939 unmissverständlich gegenüber rein radiästhetischen Ansätzen ab /Dobler (4)/: „Während Wüst - er und andere herausragende Radiästheten kommen in der Ausstellung zu Wort - seine Untersuchungen mit Hilfe der Wünschelrute ausführte, also subjektive Feststellungen machte, wies ich das Vorhandensein der Strahlung durch photographische Aufnahmen objektiv nach ...

Um den Anregungsmechanismus der fotochemischen Reaktion seiner „neuen Strahlung“ durch die Leichtmetalle Al und Mg zu erklären, bemühte Dobler sogar die Radioaktivität. Auf den Seiten 47/48 seines ersten Buches /Dobler (2)/ argumentierte er nämlich überraschend wie folgt: “Die neuesten Untersuchungen machen wahrscheinlich, daß bei meinen Versuchen künstliche Radioaktivität die vermehrte Schwärzung verursacht. ... Aluminium ist schon an sich schwach radioaktiv und diese Radioaktivität wird durch Bestrahlung verstärkt. ... Es liegt die begründete Vermutung nahe, daß diese verstärkte Schwärzung auf künstliche Radioaktivität zurückzuführen ist, daß künstliche Radioaktivität nicht nur durch Polonium-α-Strahlen, sondern auch durch Erdstrahlen erzeugt werden kann.

Gemäß seinem Dissertationsthema kannte er sich ja gerade darin bestens aus. Allerdings meinte er nicht etwa eine erhöhte - etwa an die Wasserader gebundene - natürliche radioaktive Primärstrahlung, die er ja hätte ebenfalls als die eigentlichen „Erdstrahlen“ bestimmen können, sondern ordnete dem Phänomen lediglich eine Vermittlerrolle zu: „An Stelle des α-Teilchens kann ein anderer Impuls, eine elektromagnetische Welle, z.B. die neue Strahlung, auftreffen und durch Resonanz eine Atomzertrümmerung herbeiführen. So ist zu erklären, daß bei meinen Versuchen die Schwärzung verstärkt wird, wenn das auf der photographischen Platte liegende Aluminium von elektromagnetischen Wellen zwischen Ultrarot und kürzesten Hertz´schen Wellen, z.B. der Strahlung bewegten Wassers oder anderer unterirdisch oder oberirdisch vorkommender Stoffe, getroffen wird.

Damit war die Katze jedenfalls aus dem Sack, und die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Kein geringerer als der Berliner Chemieprofessor M. Trenel meldete sich gegen Dobler bereits im Jahr 1935 /Trenel/, gleich vier Mal in renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften zu Wort. Seine Quintessenz betraf die chemische Einwirkung des Aluminiums auf die lichtempfindliche Schicht (was ja schließlich jeder „Amateurphotograph“ wisse, wie er meinte). Die Schwärzung habe „insbesondere mit einer Eigenstrahlung des Aluminiums nichts zu tun“, hieß es bei ihm. Zusammenfassend lautete dann das vernichtende Urteil der grauen Eminenz: „Die Behauptung Doblers über den objektiven Nachweis von `Erdstrahlen` und damit über die Lösung der Wünschelrutenfrage müssen danach als irrtümlich bezeichnet werden. Herr Dr. Dobler hat nicht den objektiven Nachweis einer über Quellen erhöhten Gamma-Strahlung, wohl aber den einer größeren Erdfeuchtigkeit über Quellen (These 1) geführt.

Disput und Gegendisput förderten Denkwürdiges hervor. Trenel brachte die „Erdfeuchtigkeit über Quellen“ nicht etwa als Spott ins Spiel. Nein, er meinte es im wissenschaftlichen Sinne sehr ernst, und legte später nach: „Die von Dr. Dobler beschriebene Erscheinung hängt eindeutig von der Gegenwart der Feuchtigkeit ab; bei Berührung des blankgeritzten Aluminiumblechrandes mit der lichtempfindlichen Schicht wird der Effekt außerordentlich verstärkt. ... Der Grad der Schwärzung hängt ab von dem Feuchtigkeitsgehalt des Bodens ... Die Einwirkung der Gammastrahlung und der chemische Effekt des Aluminiums zeichnen sich klar als zwei verschiedene Vorgänge nebeneinander ab.“ Gemäß seinem Kredo gelangte somit die über der Wasserader verstärkte Bodenfeuchte über dadurch erhöhte Luftfeuchte zum Aluminium in der Probe, um dort fotochemisch aktives H2O2 zu erzeugen. Die vermeintliche örtliche Gammastrahlung hat er offenbar gar nicht untersucht, denn sie war ja definitionsgemäß ein „anderer Vorgang“. Jetzt gelangte allerdings auch der Kater aus dem Sack, oder besser, Trenel setzte sich selbst an die Luft. Um den Sieg letztendlich davon zu tragen, lautete die letzte Schlussfolgerung der Zusammenfassung seiner Forschungsergebnisse (These 2): „Die Schwärzung der Platten über der `Wasserader` ist die gleiche wie an den Stellen, die 50 m davon entfernt sind.“ Der Leser überzeuge sich selbst, die vom Autor hervor gehobenen Eingangs- und Ausgangshypothesen (Thesen 1 und 2) nach Trenel widersprechen sich selbst zu 100 %. Zudem entgegnete Dobler dem widersprüchlichen Professor unmissverständlich: „Erdstrahlen sind keine Gammastrahlung sondern elektromagnetische Millimeter- bis Dezimeterwellen.

Trotzdem wurde Trenel´s Argumentation ab sofort wiederholt ins Feld geführt, und das übrigens in typischer Manier ganz besonders von den bisher auffälligsten Kritikern O. Prokop und W. Wimmer /Prokop, Wimmer/. Es kam aber für Dobler und die Wünschelruten-Frage viel schlimmer.

Wir können keinesfalls vorderhand einschätzen, was für das Schicksal von Paul E. Dobler und seiner Ideen der wirkliche Super-GAU war, doch ging zumindest eine gefährliche Ladung hoch als Dobler der Preußischen Geologischen Landesanstalt am 2. Mai 1934 von einem angeblichen, mit der Wünschelrute (!) entdeckten Erdölvorkommen detailliert berichtete. Der Bescheid vom 26. Oktober 1935 war eine unmissverständliche Drohung /Dobler (4)/: „Wir empfehlen Ihnen dringend größere Zurückhaltung bei Behauptungen über angebliche Erdölfelder. Insbesondere verwahren wir uns gegen Ihre Angabe, die sie aufgrund einer geophysikalischen Methode derartige Feststellungen gemacht haben. Das ist eine Irreführung, gegen die wir unter sinngemäßer Bezugnahme auf den Ministerialerlaß III 4527/35 (Warnung vor unbrauchbaren phantastischen Erfindungen dieser Art) Stellung zu nehmen verpflichtet sind.“ Da wir den Inhalt von Dobler´s Zuarbeit nicht kennen und auch nicht wissen, ob die Geologen in den 1,5 (!) Jahren, die zwischen Kriegserklärung und Friedensangebot mit vorgehaltener Waffe vergingen, an bezeichneter Stelle sicherheitshalber gebohrt haben, halten wir uns ans Schwarz-Weiße. „Geophysikalische Methode“ und „Irreführung“ können ja einerseits nur eine Art von Adelung der Wünschelrute (wenn auch sicher ungewollt) und andererseits eine zusätzliche Kampfansage der Gegenseite an die scheinbar unschuldige Geophysik bedeuten.

Ja, wer wollte hier eigentlich wirklich den Krieg? Göring und Co. wollten das, und das andere spielte sich nur im Wasserglas ab! Gegenüber der etablierten geologischen Wissenschaft geriet P. A. Dobler somit unrettbar ins Hintertreffen, wie seine Kommentare klar zum Ausdruck bringen: „Es kommt anscheinend bloß darauf an, wie man etwas findet, nicht daß man das Vorhandensein nachweist.“ Sowie „Etwas Neues ist höchst verdächtig und muß unterdrückt werden.

Und das braune Teil-Schicksal nahm seinen Lauf. Der in die Enge getriebene Paul E. Dobler hofierte überproportional - wie bald Millionen von Deutschen - dem „MinisterpräsidentGöring, der schließlich alle Erfinder gefordert habe, „ihre Kräfte zur Verwirklichung des Vierteljahresplanes anzuspannen“: Schrieb´s und verschwand für uns aus der Geschichte der Radiästhesie mit diesem Satz: „In diesem Sinne (planmäßiges physikalisches Forschen) habe ich mich bemüht und so bitte ich die vorliegende Ausführungen als einen kleinen Beitrag hinnehmen zu wollen.“ Sein Abgang ist allerdings nur scheinbar, denn er hinterließ immerhin (und so haarscharf an der Kernstrahlung vorbei) mit seinem Gesamtwerk die durch seine jahrelange physikalische Forschung gestützte Aussage, dass der Boden unter unseren Füssen „starke biologische Wirkungen“ hervor bringt, die z.B. über Wasseradern „unwillkürliche Muskelbewegungen“ verursachen und die „Ausschläge der Wünschelrute und ähnlicher Geräte veranlassen“ /Dobler (1), (3) und (4)/. Welcher seriöse Physiker hat sich vor und nach ihm schon so weit aus dem Fester gelehnt? Und dass die Mediziner - hier auch mit Blick auf den weiter unten H.-D. Betz und H. L. König gewidmeten Abschnitt - nicht etwa behaupten, nichts von diesen Forschungsergebnissen gewusst zu haben! P. E. Dobler hat 1934/35 mehrfach in der Zeitschrift „Fortschritte der Medizin“ referiert.

Nebenbei bemerkt sei zudem folgende Äußerung von ihm /Dobler (1)/: „Wenn verlangt werden sollte, dieses Sinnesorgan (das Auge) zu biophysikalischen Messungen nicht zu verwenden, dann muß man mit dem gleichen Recht darauf bestehen, dass alle optischen Messungen (in der Physik) ohne Zuhilfenahme des für Lichtstrahlen vorhandenen Sinnesorgans, d.h. mit verbundenen Augen gemacht werden.“ Na, das wäre etwas, wenn neuerdings Nobelpreise für Entdeckungen in der Laser-Physik ausschließlich nur dann vergeben würden, wenn der Forscher nachweislich blind zu Werke gegangen ist. War das nur ein Scherz, ein Ausrutscher? Nein, hier brachte jemand ein ernsthaftes Argument auf den Weg gegen die im wahrsten Sinne des Wortes blindwütige Behauptung vieler Kritiker, der Wünschelrutengänger orientiere sich beim Feststellen von „Erdstrahlen“ an der Umgebung. Genau diese ominöse These verführte ja 50 Jahre später sogar die (solcherart in die Enge getriebenen?) Physik-Professoren H.-D. Betz und H. L. König, siehe unten, zu jenen fatalen Experimenten mit verbundenen Augen abgedeckten Ohren.

Vorsicht
Manche Wissenschaftler zucken schon bei der gesprächsweisen
Erwähnung der Wünschelrute zusammen.

Ernst Brüche
Ernst Brüche (1900–1985)

Der Physiker Ernst Brüche ging als einer der Wegbereiter der Elektronenoptik und der Elektronenmikroskopie, wofür er beinahe den Nobelpreis erhalten hätte, in die Physik- und Technikgeschichte ein. Der damalige Vorsitzende der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, C. Ramsauer, berief ihn gemäß Angaben in der Zeitschrift „Physikalische Blätter“ (Heft 1, 1944, Seite 1) zum Leiter der neu gegründeten Informationsstelle Deutsche Physiker. In dieser Funktion ist E. Brüche zudem bekannt geworden als Gründer und langjähriger Herausgeber der Fachzeitschrift „Physikalische Blätter“, dem Organ der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, und er hat zahlreiche Fachbücher bzw. fachhistorische Werke geschrieben. Dazu gehört (!) auch das 1962 in Basel veröffentlichte Buch „Zur Problematik der Wünschelrute“ /Brüche (1)/.

Nun muss man sich fragen, weshalb ein so angesehener Physiker und organisatorischer Wegbereiter einer neuen deutschen Physik in schweren Zeiten ausgerechnet dieses, auch unter seinen damaligen Kollegen vielfach verpönte Thema aufgegriffen hat. Und er hat das überaus gründlich getan, wie zum Beispiel sein zweiteiliger Review-Beitrag in der Zeitschrift „Naturwissenschaftliche Rundschau“ beweist /Brüche(2)/. Die wahren Gründe gilt es vielleicht noch zu ermitteln, doch hat Brüche in seinem einschlägigen Buch /Brüche (1)/ auf Versuche hingewiesen, die er bereits um 1930 „in einem Berliner Forschungsinstitut ... mit Wünschelrutengängern in großen Drahtnetz-Kondensatoren bei erheblichen Gleichspannungen durchgeführt“ habe. Er hatte also nachweislich und unmittelbar das Erbe von Max Planck angetreten.

Insofern lässt sich die Motivation zu o.g. Übersichts-Beiträgen erklären. Hier zwei Zitate daraus /Brüche(2)/:

Der Referent (also Brüche) hält es auf Grund der Durchsicht des vorliegenden Materials nicht für unmöglich, daß hinter den Beobachtungen und Behauptungen der Sensiblen und ihrer Anhänger ein Körnchen Realität steckt. Dieses Körnchen zu finden, soll der Überblick behilflich sein.

Der Leser wird bemerken, daß der Verfasser trotz seiner nicht grundsätzlich negativen Einstellung weit davon entfernt ist, Anhänger der von den Wünschelrutengängern, Pendlern und Erdstrahlenfachleuten vorgebrachten Meinungen zu sein. Sollte er etwa auf Grund dieses Berichtes als Kronzeuge für Wünschelrute und Pendel von Interessenten zitiert werden, so würde das heftigen Protest hervorrufen und ihn auf die Seite der zahlreichen Wissenschaftler bringen, die die Diskussion über diesen Gegenstand als unmöglich ablehnen.

Die oben zitierte Stellungnahme von M. Planck zum Wünschelruten-Thema hat 20 Jahre später Brüche zudem markant und verantwortungsbewusst wie folgt ergänzt /Brüche (3)/: „Es ist ohne Zweifel: Die Diskussion wird wohl kaum zur Ruhe kommen, bevor nicht von einem anerkannten physikalischen Institut einwandfreie Untersuchungen durchgeführt worden sind, gegen die keine Einwände mehr erhoben werden können.

Wir zitieren hier E. Brüche, obgleich die Schriftleitung der „Naturwissenschaftlichen Rundschau“ eingangs seiner zwei Beiträge ausdrücklich betonte, dass „jedes Herausnehmen von einzelnen Abschnitten oder gar einzelnen Sätzen aus dem Zusammenhang“ unzulässig sei, weil für den „Leser solcher Fragmente ein falsches Bild“ entstehen könnte. Der Referent habe versucht, „unbefangen aus der Sicht des vorsichtig beobachtenden und abwägenden Experimentalphysikers Übersicht zu gewinnen.“ Man hatte nämlich berechtigte Sorge, dass „Äußerungen des Berichters falsch ausgelegt oder gar propagandistisch verwertet“ werden könnten. Die Extremisten sind ja bis heute nicht ausgestorben, und die Gefahr ist von der Redaktion real an die Wand gemalt worden: Die einen - esoterisch verbrämte Radiästheten - missbrauchen in ihrer fachlichen Beschränktheit notfalls jeden Begriff, den die Physik je geprägt hat, die anderen - vor allem herrschsüchtige Kritiker aus dem gesamten Intelligenzspektrum - verdammen unsachgemäß oder manchmal böswillig nicht nur den um Aufklärung bemühten Referenten, sondern gleich ganze Zeitschriften mit ihren Schriftleitungen, in denen er veröffentlicht. Die Redaktion hatte also allen Grund, für sich selbst Sperrfeuer zu legen.

In der Wünschelruten-Ausstellung muss man Ernst Brüches einschlägiges Votum - trotz aller seiner selbst bestimmten Einschränkungen zur eigenen Position - als historischen
Pro-Meilenstein würdigen. Erstmals tritt nämlich eine Autorität in die umstrittene Arena, so stellte Brüche u.a. in /Brüche(3)/ fest:Wir unternahmen eine Streife durch das sumpfige Gebiet der Wünschelrute.“ Durch seine Autorität und die hohe Ansprechkraft der Zeitschrift „Naturwissenschaftliche Rundschau“ konfrontierte er die gesamte Fachwelt zumindest im deutschsprachigen Raum zu diesem umstrittenen Thema. Und nur so kann man die volle Tragweite seiner Schlussfolgerungen in oben genanntem Beitrag richtig bewerten, die hier ebenfalls auszugsweise zu zitieren sind:

Aber es sind heute bereits einige festere Punkte erkennbar, die zu zeigen, sich der Referent zur Aufgabe gemacht hatte.

Die Einstellung des Referenten zu den physikalischen Fragen ist abwartend. Es scheint ihm, daß der Anregung von Planck, eine sorgfältige Untersuchung der Ansatzpunkte so sonderbarer Vorstellungen und Behauptungen vorzunehmen, bis heute noch nicht in genügendem Maße entsprochen worden ist.

Aber es scheinen doch Ansatzpunkte besonders auch von der Seite der meteoro-pathologischen Erscheinungen sichtbar zu werden, die Zweifel an der Richtigkeit einer weiteren, radikal ablehnenden Einstellung wecken.

Dabei stützte sich der Referent auf zahlreiche elektrische und magnetische Anomalien, die dort von verschiedenen Autoren gemessen worden sind, wo die Wünschelrute im Gelände ausschlug, übrigens ein wichtiges Thema der Wünschelruten-Ausstellung.

Hat er sich auch mit der Ortsabhängigkeit der natürlichen Radioaktivität über den „Störzonen“ der Rutengänger beschäftigt? Ja, das hat er mit Bezug auf eine ziemlich alte Quelle, die man jedoch selbst aus heutiger Sicht wie oben getan als sehr zuverlässig einstufen muss. Es heißt bei Brüche /Brüche (2)/: „Ambronn hatte schon 1919 mitgeteilt, daß sich gewisse Reaktionsstreifen eines Rutengängers mit Linien erhöhter Radioaktivität deckten, die geologischen Störungslinien entsprachen.R. Ambronn und seine radioaktive „Emanation“ bzw. „durchdringende Strahlung“ waren also durchaus ein Thema, doch warum wurde hier nicht nachgehakt? Bei Brüche findet man immerhin eine Erklärung: „Wie allerdings für den Rutengänger die geringe, aus dem Boden tretende Menge, die jeder Lufthauch verweht, wirksam werden soll, ist schwer verständlich.

Unbedingt zu erwähnen ist jedoch Brüche´s „Hypothese der Interferenzen“ (ab Seite 115 in /Brüche (1)/), drückt sie doch aus, dass er ernsthaft um einen physikalischen Ansatz bemüht war, um sich der „Reizstreifen“-Frage im streng feldtheoretischen Sinne zu nähern. Dieser Überlegung hat sich - leider aus der Sicht des Autors - kein Physiker danach mit der nötigen Konsequenz vertiefend bzw. experimentell angeschlossen. Immerhin kam Brüche bereits anhand seiner Gedankenexperimente zu dem Schluss, dass die Strahlung (wenn überhaupt) von unten, also aus der Tiefe der Erde unterhalb des Objekts kommen müsse, das zur radiästhetischen Anzeige oberhalb führt. Dies unterstreicht E. Brüche in den „Schlussbemerkungen“ seines einschlägigen Buches /Brüche (1)/ im Jahr 1962 wörtlich wie folgt: „Zu der anschließenden Frage der Wirkung vom Boden aus auf den menschlichen Organismushaben einige kardiologische Untersuchungen (Beck) einen Beitrag gebracht.“ Indem er die im Abschnitt „Geosensibilität und Meteorobiologie“ ausführlich zitierten Arbeiten des damaligen (in den Jahren um 1956) Chefarztes des Bayreuther Städtischen Kinderkrankenhauses, des Kardiologen Dr. F. A. Beck, an dieser Stelle noch einmal hervor hebt, spricht er bewusst an, auf was die Radiästhesie mit dem Begriff der „Erdstrahlen“ schon lange und als erste aufmerksam gemacht hat, nämlich die möglicherweise verheerenden pathogenen Wirkungen terrestrischer Hintergrundstrahlungen. Der Autor und die Wünschelruten-Ausstellung wollen deshalb darauf aufmerksam machen, dass die über Jahrhunderte überwiegend polemisch geführte Auseinandersetzung eigentlich zu nichts geführt hat. Vielmehr ist damit eine Chance vergeben worden, die bereits Max Planck nutzen wollte.

Brüche selbst drückte sich insgesamt äußerst vorsichtig, jedoch nicht ablehnend aus. Der Zweck der Übung wäre verfehlt, wollte man gerade ihm einen amüsanten Ausflug in paranormale Welten unterstellen. Nein, seine umfangreichen Recherchen, eigene Experimente, sogar mit einem selbst entwickelten Wünschelruten-Phantom und anderen technischen Instrumenten, sowie ausführliche Berichterstattung beweisen die Ernsthaftigkeit, mit der er als Naturwissenschaftler einen wichtigen Schritt weiter als Max Planck - und doch in dessen Vermächtnis - gegangen ist.

Dabei war sich E. Brüche dessen bewusst, dass er in jenem „Sumpf“ herumfischte, den bereits beachtliche Kollegen vor ihm mit wechselndem Erfolg durchwühlt hatten (und in den man nach des Autor´s Meinung inzwischen wieder völlig sinnlos über alle Ohren abgetaucht ist). So griff 1932 der bekannte Professor Walther Gerlach in die Diskussion um die leidige Frage der „Entstrahlung“ ein /Gerlach/, die ihm zumindest in seinem süddeutschen Raum langsam auf die Nerven ging. Er stellte Versuche im Physikalischen Institut der Universität München an, um sogenannte Abschirmapparate zu testen, die in großer Zahl selbst in öffentlichen Einrichtungen installiert worden waren. Drei Radiästheten mühten sich in oberen Stockwerken des Instituts ab, um nach einem abgestimmten Programm von ihnen festgelegte Gerätepositionen in unteren Etagen im „Blindversuch“ zu testen, die zuvor die von ihnen mit einer Genauigkeit von +/- 3 cm (!) gemuteten „Kreuzaderstellen besonders großer Intensität und Gefährlichkeit“ entschärfen sollten. Und sie meldeten hurtig, dass die „krank machende Strahlung“ bei wiederholter Mutung tatsächlich verschwunden sei, nachdem sie gutgläubig meinten, man habe ein Stockwerk tiefer an vorbestimmter Stelle das Entstrahlungswunder hingestellt. Die biederen Rutengänger hatten aber nicht mit den cleveren Assistenten des Professors gerechnet. Diese schafften nämlich heimlich die Gerätschaften einfach aus dem Institutsgebäude hinaus und lachten sich ins Fäustchen. Da hatten wieder einmal Überdrehte und von sich zutiefst Überzeugte Rutengänger der Radiästhesie einen Bärendienst erwiesen. Der berechtigte Kommentar von W. Gerlach: „Ich bin zwar nicht so optimistisch, zu glauben, daß ihre Veröffentlichung (die der Versuchsergebnisse) dem Schwindel ein Ende macht; aber ich hoffe, daß sie als die immer wieder gewünschte Äußerung und objektive Nachprüfung von zuständiger Seite angesehen werden.“ Armer Professor, wenn er gewusst hätte, wie zähe dieser Brei ist!

In der Wünschelruten-Ausstellung findet sich eine ganze Sammlung von solchen Strahlentötern. Insofern darf man sicher sein, dass zumindest dieser Bereich vollkommen „entstört“ ist.

Mut
Die in diesem Forschungsprojekt erzielten Ergebnisse haben ...
klare Hinweise auf die Existenz eines noch unverstandenen Phänomens ergeben.

H.-D. Betz und H. L. König
Hans-Dieter Betz und Herbert L. König

Um es vorweg zu nehmen, im Jahr 1990 musste Professor H.-D. Betz sein einschlägiges Buch noch immer mit „Geheimnis Wünschelrute - Aberglaube und Wahrheit über Rutengänger und Erdstrahlen“ /Betz (1)/, überschreiben. Aber er und H. L. König, beide Physik-Professoren an der Universität München, waren jetzt berechtigte naturwissenschaftliche Autoritäten des Wünschelruten-Themas geworden.

Was war geschehen?

Intermezzo

Die Antwort auf diese Frage muss mit einem Zwischenbericht vorbereitet werden. Zum Fundus der Wünschelruten-Ausstellung gehört nämlich Dank der großzügigen Spende von Kurt Wienberg eine Akte, die den Beginn einer der spektakulärsten Szenen des internationalen Wünschelruten-Epos dokumentiert. Und um auch das vorweg zu nehmen, das Stück endete nicht einmal im „Wünschelruten-Report“ /Betz, König/, den die beiden oben genannten Physiker als öffentlichen Abschlussbericht vorlegten, sondern füllt offenbar als Dauerbrenner das Welttheater Radiästhesie mit immer neuen Inszenierungen.

Ausgangspunkt der Akte ist das Datum 16. Januar 1980. Ein „Krebsbericht als Fortschreibung der Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage betreffend Krebsforschung“ widmete sich unter „Abschnitt VII. Unkonventionelle Methoden der Krebsbekämpfung“ auch dem Thema „Erdstrahlen“. Es handelte sich um eine „Unterrichtung durch die Bundesregierung“, veröffentlicht unter Forschung/Mitteilungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft 3/80, S. 32 und 33. Im Vorfeld hatte es wiederholt Beschwerden erkrankter Bürger und nicht berücksichtigter Forschungs-Förderungsanträge von besorgten Radiästheten gegeben. Im Bericht ist die Rede vom vermeintlichen „Zusammenhang der Entstehung bösartiger Neubildungen mit `Erdstrahlen`“. Da der Verdacht eines Standortproblems der Krebserkrankung mangels wissenschaftlicher Substanz nicht von der Hand zu weisen sei, müsse gehandelt werden. („Krebshaus“, „Krebsbett“, „Schlafplatzproblem“, „Hausuntersuchung“ sind einschlägige, unverzichtbare Stichworte für die Wünschelruten-Ausstellung.) Dank einer Initiative des Deutschen Krebsforschungszentrums wurde zu dieser Angelegenheit sofort und extra eine Clearing-Stelle eingerichtet. Die Bundesregierung erklärte sich zudem bereit, im Rahmen ihrer Forschungsförderung eine Gleichbehandlung - im Vergleich zu schulmedizinischen (!!) Projekten - begründeter Anträge durchzusetzen. Es wurde zudem eine Wissenschaftler-Kommission „Unkonventionelle Methoden der Krebsbekämpfung“ gebildet. Irgendwie war die Zeit also reif. Ob E. Brüches mutiger Vorstoß letztlich verantwortlich war? Wir wissen es nicht. Jedenfalls diente eine First Lady der Deutschen Bundesrepublik, nämlich die Ärztin und Ehefrau des damaligen Bundespräsidenten, Veronica Carstens, als Brücke zwischen schier unversöhnlichen Welten: Hier war es die Frage „Ist an der Wünschelrute etwas dran?“ (womöglich auch im medizinischen Sinne) und da waren es die staatlichen Forschungsfördermittel, die man zu ihrer Lösung brauchte.

Spontan glaubte die „Arbeitsgemeinschaft zur Untersuchung geopathogener Reizzonen in Nordhessen und Südniedersachsen“ (AG), vertreten durch die Personen H.-A. Bierwirth, P. Ries, K. Wienberg und L. Schaper, die Gunst der Stunde nutzen zu können, indem sie mit einem Bericht über Voruntersuchungen („Hausuntersuchungen“) ernsthaft die Frage aufwarfen „Sind physikalische Energiefelder und sog. Erdstrahlen krankmachend?“. Und es kam am 6. Dezember 1980 durch die von K. Wienberg geleitete AG pünktlich zum entsprechenden 25seitigen Förderantrag (Kurzthema: „Zusammenhänge Reizzonen/Tumoren“) beim Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit. Antragsteller waren sieben AG-Mitglieder, darunter die Physiker K. Rieth/Göttingen und G. Winkelmann/Paderborn, der Geologe G. Mehling/Leverkusen sowie die Heilpraktikerin I. Mai/Göttingen. Unter dem Strich stand eine für den Anfang mutige Projektsumme von 94.383,00 DM. (Diplomatischer wären vielleicht erst einmal 10 % davon gewesen.) Der Ehre wegen sei allerdings ein ungewöhnlicher Schritt der Antragsteller erwähnt: Sie verzichteten unter Pkt. 5 ausdrücklich auf Entgeltung ihrer persönlichen Leistungen, um damit „Vorbild zu sein“. Ein schwerer Fehler, denn schon diese Passage musste deutschen Medizinern, die selbstverständlich mehrheitlich und gutachterlich anschließend den Text argwöhnisch durchforsten sollten, wie eine angedrohte Giftspritze vorkommen. Kein Honorar für Arbeit???

Das Bundesministerium reagierte denn am 22. Januar 1981 auch sofort mit Hinhaltetaktik. Die aufschiebenden Gründe sind ja teilweise einzusehen, konnten aber auch sofort als Todesstoss für das beantragte Projekt verstanden werden:

* Begutachtung durch Dritte notwendig,

* Projektbeschreibung nach Raster notwendig,

* Bewirtschaftungsnachweis führen,

* Nachweis amtsgerichtlicher Eintragung der AG,

* Kostenaufwand zu hoch,

* Bundesmittel erst ab 2. Hälfte 1981 verfügbar.

Insofern ist sich der Autor nicht sicher, ob solche naturwissenschaftlichen Ausrutscher, wie die ausdrückliche Unterscheidung zwischen Gammastrahlung und Radioaktivität oder die Favorisierung eines elektromagnetischen Kanzerogens - falls dies den Gutachtern aufgefallen wäre - zudem den Kompetenzeindruck beschädigt und somit eine Ablehnung mit in Gang gesetzt hätten. Das Ministerium legte mit Schreiben vom 9. März 1981 jedenfalls nach und verwies auf eine inzwischen eingegangene „Fülle von Förderungsanträgen“ hinsichtlich „unkonvetioneller Methoden zur Krebsbekämpfung“.

Da half auch nicht der späte Briefappell der AG vom 25. Mai 1981 an Dr. Gabriele Hundsdörfer, die inzwischen im Auftrag des Bundesministeriums für Jugend, Familie und Gesundheit handelte, in dem u.a. „mit aller Höflichkeit, aber mit angemessenem Nachdruck“ Einsicht in die Stellungnahmen ihrer Gutachter gefordert wurde. Hat es denn solche formgerecht überhaupt gegeben?

Schließlich wurde die AG am 13. August 1982 von der Geschäftsstelle „Gesamtprogramm zur Krebsbekämpfung“ im Auftrag von G. Hundsdörfer zum Expertengespräch am 11. Oktober mit dem Thema „Krebsentstehung durch geopathische Reizzonen (Erstrahlen)“ nach Bonn-Bad Godesberg eingeladen, um unter TOP 4/“Standortabhängigkeit von Krebserkrankungen; epidemiologischer Nachweis“ mögliche Studienansätze zu suchen. Den Vorsitz führte der Physiker und Mediziner R. Kaufmann vom Institut für Klinische Physiologie der Universität Düsseldorf. Das Ergebnisprotokoll datiert zum 30. November 1982. Unter den 22 Teilnehmern laut beigefügter Liste tauchen übrigens u.a. die in der Radiästhesie inzwischen bekannten Namen von Dr. Paul Schweitzer, Sindelfingen, und D. (?) Hartmann aus Eberbach auf. Jetzt erfährt man zudem, wer sich eingehend mit dem Antrag der AG beschäftigt hat, es ist Professor W. von Eimeren vom Institut für Medizinische Informatik und Systemforschung, Neuherberg, der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung mbH, München. Er bot nun Hilfe an, um eine methodisch akzeptable und statistisch gesicherte Pilotstudie vorzubereiten, denn das von der AG vorgelegte überarbeitete Konzept krankte aus der Sicht der übrigen Teilnehmer der Diskussion an allen Ecken und Enden. Leider wurde dieses Hilfsangebot möglicherweise nicht verstanden, jedenfalls nicht genutzt.

Unglücklicherweise ist zudem während des Expertengesprächs, wie übrigens auch die ganze Zeit danach, kein geschlossenes bzw. abgestimmtes Vorgehen der verschiedenen Radiästhetengruppen zu erkennen, vielmehr hat jede ihr eigenes Interessengebiet vertreten, nämlich z.B. die AG (Epidemiologisches Konzept), der Forschungskreis von Hartmann (Bioindikatoren) und das Umfeld von Schweitzer (Physikalische Messungen). Einzig die AG blieb jedoch in diesem Sinne vorübergehend rührig und schickte am 19. November 1982 einen formellen Antrag an den Vorstand des Forschungskreises in Eberbach, in dem eine Bündelung mit dem Verein „Hilfe bei Krebs“ (unter Vorsitz des Pathologen Dr. Peter Ries), Hameln, angemahnt wurde. Aber da gab es vorerst keine Reaktion. Auch Schweitzer wurde offenbar mit gleicher Absicht kontaktiert, denn er wurde am 25. Juni 1983 mit einem Seminar über Radiästhesie und Geobiologie innerhalb der AG in Kassel aktiv. Trotzdem scheint gerade er anschließend weitgehend eigene Wege gegangen sein. Die AG entwickelte in der Folge geradezu hektische Aktivitäten, um zahlreiche praktizierende Ärzte mit ins Boot zu bekommen. Nun mischte sich aber der organisatorisch übergeordnete Forschungskreis in Eberbach doch gelegentlich ein, allerdings verrät die Aktenlage eher ein dämpfendes Vorgehen. Es ging wohl mehr darum, nicht etwa klar zu stellen, wo es lang geht, sondern nach wessen Pfeife zu tanzen sei. Und so verstrich die Zeit.

Am 24. Juni 1986 beschwerte sich G. Hundsdörfer, über die „Verfechter der Erdstrahlenthese“ in einem Brief an den Petenten und Rutegänger Thomas Peltason, Elchingen, der noch nicht aufgegeben hatte: „Unter diesen Umständen sieht sich die Bundesregierung veranlasst, alle das Thema Erdstrahlen betreffende Fragen dahingehend zu beantworten, daß bislang weder für das Vorhandensein noch für die krankmachende oder gar krebsfördernde Wirkung von Erdstrahlen ein wissenschaftlich nachprüfbarer Beweis vorliegt.“ Es trat also zur Abneigung auch noch eine scharfe Ladung an Ablehnung hinzu. So weit hätte es die zerstrittene Gemeinde der Rutengänger Deutschlands niemals kommen lassen dürfen!! Wenn auch die Argumentation der damaligen Bundesregierung nicht nachvollziehbar ist - denn mit subjektiv Bedingtem kann man Objektives nicht aus der Welt schaffen und wer hat schon Beweise vor einem Projekt, das etwas beweisen soll - es lag aber eindeutig an den Radiästheten, die die Munition geliefert hatten. Bei Hundsdörfer heißt es nämlich im Klartext: „Leider muß festgestellt werden, daß weder der epidemiologische Aspekt zu einer Antragstellung geführt hat (von der `Arbeitsgemeinschaft zur Untersuchung geopathogener Reizzonen in Nord-Hessen und Süd-Niedersachsen` war zunächst ein Konzept eingereicht worden, jedoch konnten die von den Experten der o.g. Arbeitsgruppe gemachten Verbesserungswünsche entweder nicht berücksichtigt werden oder man hatte schließlich kein Interesse mehr an einer solchen Studie, jedenfalls kam es trotz mehrfacher Rückfragen nicht zur Antragstellung) noch zur Verifizierung des Rutenphänomens ein offizieller Förderantrag vorliegt.“ Die deutschen Erdstrahlenverfechter als Ganzes hatten die Gunst der Stunde ganz einfach verschlafen.

Es half auch kein letzter Brief vom 8. März 1987, den Kurt Wienberg vom Arbeitskreis in Kassel an die Geschäftsstelle „Gesamtprogramm zur Krebsbekämpfung“ der Bundesregierung mit Hinweis auf das neue Projektthema „Zusammenhänge zwischen geopthogenen Reizzonen und dem Auftreten von Tumoren - eine Pilotstudie auf der Grundlage empirischer Untersuchungen im Raum Nord-Hessen und Süd-Niedersachsen“, mit dem er Hundsdörfer um ein Gespräch bat, an dem übrigens auch der bekannte Ingenieur und Radiästhet Reinhard Schneider teilnehmen sollte. Jetzt war nämlich der Kuchen bereits verteilt.

Die Akte endet kategorisch mit der Antwort vom 20. März 1987 - also nach sieben Jahren des Gesamtablaufs - in dem Hundsdörfer mit einem gewissen Stolz darauf verweist, dass der Bundesminister für Forschung und Technologie ein bereits laufendes Forschungsprojekt fördert: „Errichtung und Betrieb von Testanordnungen mit künstlichen variablen Feldern niedriger Energie zum Studium der Reaktion in biologischen Makrosystemen“. (Man beachte, gerade in dieser ebenso zutreffenden wie hochtrabenden Überschrift ist irgendwie der peinlichst gemiedene Begriff „Wünschelrute“ verschlüsselt!) Dies sei „zunächst ausreichend“, und man müsse abwarten, ob der epidemiologische Ansatz später „in Angriff genommen werden sollte. ... Ich sehe daher derzeit keine Möglichkeit, das geplante Projekt mit Aussicht auf Erfolg erneut zu besprechen.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Dr. Gabriele Hundsdörfer


Vorläufiges Fazit

1. Wie wir sehen werden, hatte erfreulicherweise ein großes Team von kompetenten wissenschaftlichen Projektmitarbeitern das Ruder an sich gerissen. Wenn sie auch - selbst unerfahren nach eigener Aussage im Umgang mit Wünschelrute und Pendel - den Fehler gemacht haben, natürliche „Wasseradern“ durch Rohre und Schläuche (!) zu ersetzen, und der „fühlige“ Mensch zum „biologischen Makrosystem“ degradiert worden ist, so wurde nun doch die alte Frage „Ist an der Wünschelrute etwas dran?“ einmalig im Weltmaßstab mit einem beruhigenden (?) Polster von fast einer halben Million DM ernsthaft und offiziell unter Leitung von angesehenen Physikern erforscht. Das Vermächtnis von Max Planck bekam ein Gesicht.

2. Radiästheten - mögen sie noch so organisiert sein - haftet der kollektive Status naturwissenschaftlicher Laien an. Sie sind sachlich und in sich zerstritten, sie haben keine Reputation, sie sind nicht zur interdisziplinären Zusammenarbeit fähig, sie denken bei ihren „Forschungsergebnissen“ viel zu schnell ans Geld ... und sie haben es auch nicht geschafft, in sieben (!) langen Jahren ein akzeptables Projekt in Gang zu setzen.

Und das hat eben einen einzigen, objektiven Grund: Schuster, bleib´ bei deinen Leisten!

Der Autor betont ausdrücklich, das dies weder böse, noch ironisch, noch sonst wie herabwürdigend gemeint ist. Vielmehr wäre die zeitraubende Recherche anhand der Akte und weit darüber hinaus für die Katze gewesen, wenn diese Wahrheit nicht an dieser Stelle ausgesprochen werden dürfte.

Das Projekt

Das Projekt unter dem Förderkennzeichen 01 KB 8602/0, dessen Ergebnisse der Öffentlichkeit wie gesagt z.B. als „Wünschelruten-Report“ zugänglich ist, wurde gefördert von

* Bundesministerium für Forschung und Technologie,

* Stiftung zur Förderung der Erfahrungsheilkunde (Karl-und-Veronica-Carstens-Stiftung),

* Schweißfurth-Stiftung.

Zunächst seien einige Zahlen genannt, die den kreativen Aufwand verdeutlichen sollen: Etwa 500 Radiästheten dienten als Probanden. Sie wurden von 14 Wissenschaftlern aus 9 Instituten in 10.000 Einzelexperimenten auf über 50 Versuchsstrecken an insgesamt 160 Experimentiertagen auf die Probe gestellt. Für die Projektbegutachtung und -betreuung standen weitere 6 Wissenschaftler verschiedener Institute zur Verfügung. Alles in allem wurde ein riesiger Aufwand an Zeit bzw. Mannstunden betrieben.

Dieses Projekt mit einem klaren physikalischen Konzept wurde nach etwa einjähriger Vorbereitungsphase im Jahr 1985 bei der Bundesregierung beantragt - also in jenen Jahren, da sich die Radiästheten in Streitigkeiten zur Kompetenz ergingen, aber auch erfolglos um Ansatzpunkte für ihre Projektidee (u.a. epidemiologisches Konzept) rangen - und setzte sich schließlich auch durch. Daran hatten eben auch der damalige Bundespräsident, Professor Karl Carstens, bzw. seine Frau Veronica nicht unerhebliche Anteile, indem sich ihre Stiftung für das Projekt stark machten (und indem man laut Professor K. Kaufmann auf Schloss Reisensburg „ein enttabuisiertes Problembewusstsein schaffte“). Die Carstens-Stiftung wurde immerhin vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft treuhänderisch verwaltet, der seinerseits beim angesprochenen Wünschelruten-Themenkreis ebenfalls ein Forschungsdefizit vermutete. Es kam im Vorfeld (Januar/1984) zu Expertengesprächen auf der Reisensburg, wo das Internationale Institut für wissenschaftliche Zusammenarbeit für das nötige Ambiente sorgte. Die Teilnehmerliste einschließlich des Gesprächsleiters R. Kaufmann des Symposiums „Existenz und mögliche Wirkungen ortsabhängiger Strahlungsfelder“, liest sich wie die Tafelrunde des heiligen Gral. Dies gilt vor allem, wenn man bedenkt, in welche Finsternis das Wünschelruten-Phänomen in den Jahren zuvor und nach (!!) dem Wünschelruten-Report von der modernen Inquisition verdammt worden ist. Der Autor würde zudem nur allzu gern wissen, ob nicht wenigstens die promovierte Heilpraktikerin, Frau V. Carstens, mit der Wünschelrute umzugehen vermochte.

Doch darauf kam es ja nun wirklich nicht an. Noch nie hatte sich die etablierte Wissenschaft so massiert, so ernsthaft ... und scheinbar so entspannt mit dem Thema „Wünschelrute“ auseinander gesetzt. Allein diese Tatsache verdient Hochachtung insbesondere gegenüber den späteren Projektdurchführenden, den Professoren Betz und König, denn so ein Feuer muss erst einmal entfacht und auf Dauerbrand gebracht werden. Wohlgemerkt, es geht hier primär nicht etwa um das Ansehen der Radiästhesie, sondern um die Zulassung bzw. Thematisierung eines Naturphänomens, was eine gewisse konservative Menschheit aus verschiedensten Gründen fortwährend und im wissenschaftlichen Sinne beschämend sowie zum Teil arglistig zu verhindern sucht. Daran, und nicht an Bauchgefühlen, sollten sich eigentlich Physiker mit der Neigung zu voreingenommener, vehementer Kritik wie etwa ein einschlägig in den Medien brillierender Professor E. Wielandt vom Institut für Geophysik an der Universität Stuttgart oder ein Dr. O. Breitenstein vom Max-Planck-Istitut für Mikrostrukturphysik Halle messen, der sich in ein merkwürdiges E-Mail-Duell mit dem Autor einließ, nachdem er sich 15 (!) Minuten lang die Ausstellung angesehen hatte. (Nun sind beide ein unverzichtbarer, kurioser Teil von ihr geworden.)

Auf Reisensburg wurde jedenfalls um Inhalt und Methodik zur soliden Klärung einer physikalischen Grundfrage gerungen, und es wurde ein Weg gefunden. Die Autoren des Wünschelruten-Report verstanden diesen so:

1. „Die eigentlich interessante Frage nach gesundheitsrelevanten Auswirkungen von `Erdstrahlen` ist zwar untersuchungswürdig, kann aber aus methodischen Überlegungen heraus nicht als erstes in Angriff genommen werden.

2.“Erste Aufmerksamkeit muß vielmehr der Frage gewidmet werden, ob Rutengänger irgendwelche reproduzierbare ortsabhängige Reaktionen zeigen, und ob man diese in strengen Experimenten zweifelsfrei deutlich machen kann.

Also: Die Frage „Ist an der Wünschelrute etwas dran?“ hatte nach ihrer Einschätzung Vorrang. Damit war zugleich klar, dass allen Beteiligten ein unerhörter statistischer Feldzug bevor stand. So wundert es nicht, wenn insgesamt 500 Probanden zum Einsatz kamen bzw. letztlich verschlissen wurden.


Man entschied sich nach einigen Voruntersuchungen, hauptsächlich mit Teststrecken zu arbeiten, innerhalb derer „künstliche Leitungen“ (sprich: insbesondere wasserdurchströmte Rohre als Ersatz für Wasseradern) zu überschreiten und zu lokalisieren waren. Die Versuche mit natürlichen Wasseradern - von sogenannten „erfahren einzustufenden Rutengängern“ zuvor gemutet - sowie solche mit künstlichen magnetischen Wechselfeldern spielten letztlich leider eine sehr untergeordnete Rolle. Einige messtechnische Untersuchungen (einschließlich ziemlich signifikanter Anomalien der Gammastrahlung) im Gelände, wo Rutengänger „Reizzonen“ angegeben hatten, waren zwar ziemlich erfolgversprechend, doch konnten sie nur bedingt eingeordnet werden. Da hätte man das Projekt auch ganz anders anlegen müssen.

Und das Ergebnis?

Das realisierte Projekt brachte vielfältige Ergebnisse, vor allem wenn man bedenkt, wie simpel bisherige Untersuchungen des Wünschelruten-Effekts abgelaufen waren. In der Ausstellung und an dieser Stelle können die wichtigsten Stossrichtungen und Resultate nur angedeutet werden:

1. Da bis dahin zwar schon einige Studien im Weltmaßstab durchgeführt worden waren, die jedoch auch nicht annähernd den physikalischen Genauigkeitsanspruch und die logistische Ausrichtung des deutschen Projektes erreicht hatten, sind schon einmal die entwickelten Testanordnungen äußerst wertvoll:

* Laufgang-Experiment (Laufbrett ortsfest oder als fahrbares Gestell) zur Ortung natürlicher „Reaktionszonen“,

* Scheunenexperiment (ortsveränderliche Anordnung von wasserführenden Rohrleitungen bzw. Kiesgerinnen ein Stockwerk tiefer),

* Spulenexperiment (Durchgang durch ein magnetisches Wechselfeld),

* Feldmessungen und -studien (gemäß Ausstellungsabteilung: „Physikalische Messungen dort, wo die Wünschelrute ausschlägt“).

Bei den ersten drei Anordnungen war die Doppelblind-Bedingung zudem durch computergestützten Zufall gewahrt, was z.B. durch verschiedene zufällig vor bzw. während der Begehung erfolgte Einstellungen besorgt werden konnte (z.B. Verschieben, Aus-/Einschalten, Leitungswahl, Streckenfestlegung).

2. Am Laufbrett erzielten 13 (15 %) von 40 Probanden statistisch signifikante und 8 davon hoch signifikante Treffer bei guter Wiederholbarkeit.

In der Scheune waren 43 Probanden beteiligt, mit denen 107 Testserien absolviert wurden. 13 Serien mit Irrtumswahrscheinlichkeiten α < 5 % „wurden von 10 verschiedenen Versuchspersonen produziert, welche nach unserem Wissen mit wenigen Ausnahmen auch durch anderweitige rutengängerische Leistungen aufgefallen sind.“, heißt es dazu im Wünschelruten-Report. Zu diesen gehörte insbesondere der Rutengänger Hans Schröter, siehe auch /Betz (2)/ und /Mallien, Heimrath/.

Auch beim Spulen-Test erwiesen sich nur wenige jener Versuchspersonen als die „erfolgreicheren“. Allerdings musste festgestellt werden, dass „die hier konzipierten Tests insgesamt keine (H-) Felder-Empfindlichkeit von Rutengängern ergaben.

Ausgewählte Rutengänger - unter ihnen Hans Schröter - wurden im nicht „zentralen Teil unseres Forschungsprojekts“ bei der Auffindung eines Brunnenstandortes im Gelände beteiligt, wo auch die o.g. physikalischen Messungen durchgeführt worden sind. Hier traten jene bemerkenswert auffälligen Übereinstimmungen auf.

3. Ein weiteres wichtiges Ergebnis ist die Tatsache, dass unabhängige Physiker Modellvorstellungen zum Verständnis des Wünschelruten-Phänomens entwickelten, mögliche Erklärungen und Hypothesen zu den die biologischen Wirkungen erklärenden Feldern (dabei wurden hervorgehoben statisches H-Feld, elektromagnetische Felder, Infraschall-Felder) suchten sowie sich Gedanken über künftige Untersuchungen biomedizinischer und geophysikalischer Natur machten.

Kritik des Autors (und der Wünschelruten-Ausstellung) am Forschungsprojekt

1. Die Geländeforschung in Verbindung mit physikalischen Messungen (dabei durchaus mit im Vorfeld als besonders geeignet befundenen Rutengängern) hätte von Anfang an zum Schwerpunkt erklärt werden müssen.

2. Der „krank machende“ Aspekt der vermeintlichen ortsfesten Felder der terrestrischen Hintergrundstrahlung bzw. der „Erdstrahlen“ hätte bei der Auswahl der physikalischen Messgrößen und -verfahren doch stärker berücksichtigt werden müssen. So war Radioaktivität als Ursache von leichten bis zu schwersten Krankheiten längst bekannt (und sogar als ortsfestes Phänomen durch vereinzelte Messungen z.B. am sogenannten „Krebsbett“ in der radiästhetischen Literatur publiziert). Die entsprechende Wirkung von statischen magnetischen, elektromagnetischen und Infraschall-Feldern ist dagegen bis heute nur unsicher belegt.

3. Erklärungsmodelle (und damit auch weiterführende Untersuchungen) zum Wünschelruten-Effekt aufgrund von Feldwirkungen auf den Probanden müssen die natürliche Feldentstehung, den Signalübertragungs-Aspekt und biomedizinische Schadenswirkungen beinhalten.

4. Die zahlreichen hoch dotierten Mitwirkenden, Gutachter, Betreuer und Experten hätten die Professoren Betz und König im Nachgang des Projektes stärker oder überhaupt in der Öffentlichkeit unterstützen müssen, insbesondere mit dem Ziel einer Forschungsvertiefung und einer angemessenen Öffentlichkeitsarbeit.

Angriff und Verteidigung
Die Trägheit der wissenschaftlichen und politischen Organisationen
verhindert nach wie vor eine rationale Auseinandersetzung
mit unverstandenen Phänomenen.

Hans-Dieter Betz
H.-D. Betz

Damit sind wir, nachdem sein Partner H. L. König verstorben war, wieder bei Professor Hans-Dieter Betz, der nunmehr als einziger honoriger Naturwissenschaftler die Verteidigung der Forschungsergebnisse übernahm. Ja, es ging jetzt sogar ab in einen echten globalen Wünschelruten-Stellungskrieg. Die eigentliche Kriegserklärung kam 1995 vom amerikanischen Neurobiologen James T. Enright /Enright/, und die Auseinandersetzung wurde von ihm bis zum Jahr 1999 geführt. Er stellte insbesondere die gesamte Statistik des deutschen Wünschelruten-Projektes grundhaft in Frage. Damit trat jener „unerhörte statistische Feldzug“, von dem weiter oben bereits die Rede war, in seine zweite Phase. Mit anderen Worten, hier rächte sich vielleicht das Versuchskonzept, das allzu sehr auf diese Karte gesetzt hatte. Trotzdem muss man wohl feststellen, dass Enright am Ende vollkommen daneben lag, weil er offenbar das Grundanliegen der Übung falsch verstanden hat. Er hätte sollen nur in der Zeitschrift „Skeptical Inquirer“ veröffentlichen, um die Schäden in der Sache in Grenzen zu halten.

In den weltweiten Niederungen einer dunstigen Psycholandschaft waren die Gräben allerdings längst bereits vor Projektbeginn gezogen, und sie waren eher von polemischer Natur, z.B.: “Forscher, die das Phänomen `Erdstrahlen` untersuchten und sich nicht total dagegen aussprächen, werden als Schreibtischtäter und der Beihilfe zu Straftaten bezichtigt, und sollten einer psychiatrischen Untersuchung zugeführt werden.“ Dies ist ein Zitat aus der im Jahr 1985 erschienenen dritten Auflage des Kritiker-Buches des Mediziners O. Prokop und des Juristen W. Wimmer „Wünschelrute, Erdstrahlen, Radiästhesie“ /Prokop, Wimmer/. Doch muss man diese Äußerung zumindest als einen „untauglichen Versuch“ einstufen, die Freiheit der Wissenschaften einschränken zu wollen (und vor allem das einschlägige Erbe von Max Planck zu verunglimpfen), was übrigens in der Bundesrepublik Deutschland grundsätzlich strafbar ist. Eine „Skeptikergruppe“ hatte bereits vor und während der Projektdurchführung die imaginären Schützengräben noch tiefer gezogen und dann mit Stink-Bomben um sich geballert, ohne freilich zu wissen, worum es dort wirklich ging. Vermutlich handelte es sich bei diesen Tätern um physikalische Nullstellen. Heutige Skeptikergruppen, die man im Internet ausmachen kann, wimmeln nur so von Psychologen, Germanisten und Soziologen. Es spricht ja z.B. den Bamberger Skeptikern niemand die Zuständigkeit ab, „Ansprechpartner bei Fragen zu Pseudowissenschaften und vermeintlich paranormalen Phänomenen“ zu sein. Den Abgrund zu den Naturwissenschaften kann man aber auch nicht mit Ufos überwinden.

Nach Veröffentlichung der Forschungsergebnisse, die ja nun wirklich noch kein glasklares Ja, aber ein Immerhin bedeuteten, öffneten dann diverse Antikrieger ungeniert ihre Giftampullen. Der Report hat sich damit bereits zum Jahr 1989 auseinander gesetzt. „Normalerweise müssen sich Forscher bei der Vertretung ihrer Ergebnisse mit Fachkritik auseinandersetzen, welche in der Regel von in der Sache ähnlich qualifizierten Kollegen stammt.“, schrieben die Verfasser. Doch es kam schlimmer, denn die Schwaden wurden sogar so gelenkt, dass sie unmittelbar die persönliche Integrität der Projektleiter zu untergraben suchten.

Solches geschah sogar mehrfach vor einem Millionenpublikum, das bereits damals mit Hilfe öffentlicher Haushaltsmittel verdummt wurde. Dass „in den Medien .. eher zufällig beauftragte Berichterstatter“ /Betz, König/ zu Wort gekommen sind (und nicht solche, die sich halbwegs auskennen), ist klar. Dass die ARD am 15. Mai 1988 einen im Sinne der Sache negativ orientierten NDR-Bericht ausstrahlte, der in einer Nacht-und-Nebel-Aktion widerrechtlich (vorherige Intervention des Forschungsministeriums!) auf dem Experimentiergelände bei München von einem Regisseur nachgestellte „Originalaufnahmen“ inszenierte, grenzt an Schizophrenie. Die Fehlberichterstattung im wissenschaftlichen Sinne wurde trotzdem noch vom ZDF in der Sendung „Abenteuer Forschung“ am 16. 2. 1989 übertroffen /Betz, König/.

Das alles schärfte bei H.-D. Betz zum Glück lediglich eher die Sinne. Nichts hielt ihn davon ab, im Jahr 1990 sein viel gelesenes Buch „Geheimnis Wünschelrute“ im Umschau Verlag Frankfurt heraus zu bringen. Zudem hatte er jahrlang den dadurch berühmtesten Wünschelrutengänger, Hans Schröter, forschungsbegleitet. Der entsprechende GTZ-Abschlussbericht „Unkonventionelle Wasserprospektion: Felderprobung der Rutengänger-Methodik in Trockenzonen“ lag 1993 /Betz (2)/ mehrsprachig vor und darf international als das bisher überzeugendste Votum für die Anwendung der Wünschelrute angesehen werden.

GTZ steht für Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit mbH. Sie ist das Bundesunternehmen im Zuständigkeitsbereich des entsprechenden Ministeriums, welches die Entwicklungshilfe Deutschlands auszuführen hat. Trinkwasser ist nämlich noch immer der absolute Schwerpunkt der Hilfe für die Ärmsten der Welt, und damit nicht nur eine deutsche Angelegenheit. Die GTZ hat aber erstmals den Schritt gewagt, einen Hydrogeologen und Rutengänger mit dieser sensiblen Aufgabe jahrelang in vielen Ländern zu betrauen, und sie hatte Erfolg damit. H.-D. Betz konnte H. Schröter u.a. bei der mit der Wünschelrute gestützten Festlegung von über 650 Brunnenbohrungen in Sri Lanka eine Treffsicherheit von bis zu 96 % (!) ausweisen.

In Fachkreisen wurden dieses Ergebnis und der Forschungsbericht zunächst angenommen und gewürdigt. So schrieb der Geschäftsführer der GTZ, Dr. Hansjörg Elshorst, im Jahr 1991 im Vorwort dazu erfreut /Betz (2)/: „... haben wir in unseren diesbezüglichen Projekten handfeste und kaum bestreitbare Erfolge beobachtet, die in diesem Bericht noch einmal zusammenfassend beschrieben werden.“ Er befand weiter: „Und doch hat diese Weisheit (des Umgangs mit der Wünschelrute) jahrtausendelang Menschen das Überleben unter zum Teil widrigen natürlichen Umständen erleichtert.“ Professor Hans Berckhemer vom Institut für Meteorologie und Geophysik der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main war ebenfalls sichtlich beeindruckt und riet im zweiten Vorwort zu weiteren Forschungen /Betz (2)/: „Offenbar ließen sich aber auch im Projekt in Kurunegala bei bisher etwa 1.200 Bohrungen mit Hilfe zweier anderer Rutengänger weit überdurchschnittliche Erfolgsraten erzielen. ... Er (der Bericht) ermutigt meines Erachtens nicht nur mit Recht zu seiner (des Wünschelruten-Problems) weiteren Erforschung, sondern fordert diese auch im Sinne modernen biologischen Systemverhaltens geradezu heraus. Seine abschließende Meinung lautet wie folgt: „Ich betrachte den vorliegenden Bericht als konstruktiven Beitrag zu Versachlichung des Wünschelrutenproblems.

Bei so honoriger Reputation müsste es doch bei der GTZ - vor allem im Sinne bedürftiger Menschen und zum Vorteil des deutschen Steuerzahlers - zumindest mit dem kostengünstigen Brunnenbau in den Entwicklungsländern weiter gegangen sein, denn dieses so wichtige Thema ist doch dort bei weitem nicht erledigt. Doch aus heutiger Sicht totale Fehlmeldung!

Stattdessen kam H.-D. Betz - jetzt auch Professor für Atom-, Kern- und Atmosphärenphysik am Massachusetts Institute of Technology, USA - im Jahr 2004 als hoffnungsloser Alleinkämpfer in der radiästhetischen Zeitschrift für Geomantie „Hagia Chora“ zu folgender Einschätzung /Betz (3)/: „Es drängt sich die Hypothese auf, dem Menschen eine noch nicht näher bekannte biologische Sensibilität auf natürlich vorhandene Felder physikalischen Ursprungs zu unterstellen, welche bei bestimmten Rutengängern besonders effizient ausgeprägt ist. (Kommentar des Autors: Davon ging bereits J. W. Ritter aus, der zudem mit dem extrem sensiblen F. Campetti experimentierte.) Die mögliche Reaktionskette stellt sich demnach in vier Schritten dar:

* Vorhandensein physikalischer Felder mit ortsabhängigen Gradienten,

* Detektion dieser Feldgrößen durch den menschlichen Organismus,

* Interpretation, Klassifizierung und Selektion der empfangenen Feldinformation,

* Reaktion (z.B. Ausschlag oder dosierte Bewegung der Rute) bei Vorliegen und Erkennen bestimmter Eigenschaften der Feldinformation.

Kommentar des Autors: Grundsätzlich ist das der Stand von P. E. Dobler.

Zudem favorisierte H.-D. Betz nach wie vor die Erforschung radiästhetischer Effekte in den physikalischen Feldbereichen elektromagnetische Strahlung einschließlich statische H-Felder (Kommentar des Autors: In diesem Punkt glaubte sich P. E. Dobler am Ziel.) sowie Infra- und Ultraschall, Gravitationsfeld sowie Bodenschwingungen. (Interessant ist übrigens auch seine Schlussfolgerung - womit er jedoch nicht allein da steht - dass nicht nur unterirdische Wässer, insbesondere fließende, als Untersuchungsobjekt besonders geeignet seien, sondern auch Hohlräume.)

Die Kernstrahlung als mögliches, radiästhetisches Feldphänomen erwähnte Betz mit keinem Wort.

“Kritik“
Eine Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen für elektrische Felder
ist viel wahrscheinlicher als für Gamma-Strahlen.

M. Lambeck
Martin Lambeck

Das Mitglied des Wissenschaftsrates der Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP), Martin Lambeck, ist Physik-Professor an der Technischen Universität Berlin. Es ist ein Glücksumstand, dass so ein renommierter Mann bei all den Anforderungen seines anspruchsvollen Berufes sich auch noch kritische Gedanken macht über alternative Medizin, Esoterik und Radiästhesie, wohlgemerkt, aus physikalischer Sicht. Sein Buch „Irrt die Physik?“ aus dem Jahr 2003 /Lambeck/ ist in diesem Sinne populär angelegt und daher vielen interessierten Laien zu empfehlen. Lambeck schlussfolgerte darin aus einer Fülle von Tests, die er so anlegte, „daß mit ihnen die Physik als falsch erkennbar (falsifiziert) werden“ könnte, falls irgendeines der diskutierten „paranormalen“ Phänomene zum Widerspruch führte.

Vieles ging M. Lambeck im Gedankenexperiment bzw. anhand von Experimenten anderer an, was in der Physik zulässig ist. Beim Thema Radiästhesie machte er jedoch - wenn auch in sehr bescheidenem Rahmen - so manche „eigene Beobachtung“ mit einem eigens engagierten Rutengänger. Damit reihte er sich immerhin unter die hochrangigen Physiker, die die Wünschelruten-Frage - wie auch immer - direkt zu beantworten suchten.

Zum Glück recherchierte er offenbar ausführlich den „Wünschelruten-Report“ und die Arbeiten von Christof Rohrbach, insbesondere dessen Buch /Rohrbach/, der infolge dessen Vorgeschichte als Vizepräsident und Professor der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung unter allen Radiästheten als besonders kompetent erschien. Ihm entging vermutlich nicht, dass Rohrbach, obgleich von Hause aus promovierter Elektrotechniker und trotz aller publizierter radiästhetischer Experimentiertechnik, alle seine einschlägigen Ergebnisse mental erhielt, also letztlich wie jeder andere Radiästhet auch. Vielleicht kann man folgende Sätze von Lambeck so noch am besten verstehen: „Ich kenne keine zwei Bücher über denselben Gegenstand, die sich in ihrer Aussage, ja schon in ihrem Vorverständnis so stark unterscheiden wie „Der Wünschelruten-Report“ von König und Betz gegenüber „Radiästhesie“ von Rohrbach. Liest man beide Bücher nebeneinander, so könnte man meinen, sie stammten aus verschiedenen Jahrhunderten und seien auf verschiedenen Kontinenten geschrieben. Tatsächlich sind sie jedoch gleichzeitig entstanden, nämlich in den frühen 90er Jahren des 20. Jahrhunderts und noch dazu am gleichen Ort - in Bayern.

Ansonsten wären M. Lambeck´s eigene experimentelle Erfahrungen entschieden zu dünn ausgefallen, wie seine zwei wichtigsten Schlussfolgerungen belegen:

1. Lange Zeit haderte er mit der Möglichkeit einer physiologischen Erklärung der Rutenbewegung (was jedoch seit Ritter unter Naturwissenschaftlern, die sich darin auskannten, unbestritten ist, d. Autor): „Eine derartige Bewegung erschien mir zunächst völlig unerklärlich.

2. Die physiologische Erregung des Rutengängers bei dessen Arbeit erschien ihm suspekt: „Mir scheint dieser Zustand eine medizinische Untersuchung wert.“ Wenn Lambeck wüsste, wie oft dieses Thema bereits Mediziner, Biologen und Informatiker sowie Leute verschiedenster Couleur bereits beschäftigt hat!

So „besticht“ Lambeck´s magere Quintessenz nach einer engagierten Auseinandersetzung zum Thema „Erstrahlen, Wünschelruten, Pendel und Feng Shui“ auf 27 Seiten: „Mir fällt auf, daß eine Größe nicht beachtet wurde, deren Messung eigentlich nahe läge, nämlich die (statische) elektrische Feldstärke.“ (Da sind ganze Bücher geschrieben worden, d. Autor.) Zudem betont der Referent - der sich damit, wiewohl unbemerkt, ausdrücklich auf Ritter´s Standpunkt begibt - dass er anderer Meinung sei als König und Betz mit ihrem damaligen Magnetfeld-Konzept. Und dann wäre da noch ein möglicherweise folgenschwerer Satz, wenn es nach Martin Lambeck ginge: „Eine Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen für elektrische Felder ist viel wahrscheinlicher als für Gamma-Strahlen.“ Da hat nämlich der Autor - und viele Patienten, die damals auch deutsche Arztpraxen füllten - seit Tschernobyl eine völlig andere Erfahrung gemacht, ganz bestimmt zu schweigen vom Elend in den Gamma- und Neutronenblitzen in Hiroshima und Nagasaki!

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