Mögliche Existenz eines biologisch relevanten terrestrischen Neutronen-Wellenleiters


H.-D. Langer, Niederwiesa

(Eingereicht am 8. Dezember 1997 als "scientific correspondence" bei der Zeitschrift nature, London; aus "Platzgründen" nicht veröffentlicht)


Es ist bekannt, dass die terrestrische Hintergrundstrahlung auch Neutronen enthält. Eine Quelle ist z.B. Uran, dessen Gehalt in der Erdkruste mit ca. 2 ppm angegeben wird /1/. Dabei werden Neutronen mit Geschwindigkeiten von etwa 20.000 km/s frei, die aufgrund einer hohen Durchdringungsfähigkeit teilweise thermalisiert bis in die Biosphäre gelangen.


In der Strukturgeologie kennt man ferner die Tatsache, dass die Erdkruste insbesondere in Verbindung mit granitischen Plutonen zahlreiche Risssysteme enthält /2/. In einem Risssystem stellt man auffallend parallele Rissstrukturen fest, die offensichtlich tief reichen. Man kann in Steinbrüchen zu Risssystemen die orthogonalen, die diagonalen sowie beliebig orientierte Rissstrukturen beobachten.


Anhand eigener Neutronendosis-Messungen im Messbereich ab minimal 0,1 µSv/h bei Energien bis zu 10 MeV und einer Empfindlichkeit von 3,15 counts/nSv (bei 3 MeV) wurde festgestellt, dass die Neutronen in bestimmten Lineamenten als parallele lineare Strukturen von höchstens wenigen cm Breite vorkommen, in denen die Dosis um den Faktor 2 bis 8 höher ist als in der Umgebung. Die "aktiven" Lineamente sind geophysikalisch bestimmt als zwei parallele Risse, zwischen denen und zu denen ebenfalls parallel ausgerichtet sowie quer zum Lineament zufällig verteilt die Neutronenstrukturen existieren. Bei Rissabständen von 1 bis 15 m beträgt die lineare Dichte der Neutronenmoden quer zum Lineament ca. l/m. Risspaare mit geringeren und mit größeren Abständen sind wahrscheinlich im Sinne der Ausbildung stabiler Neutronenstrukturen nicht aktiv.


Ein ähnliches Phänomen der Strahlungsstruktur ist gut bekannt bei planaren Multimoden-Lichtwellenleitern /3/. Versteht man die aus der Tiefe kommenden Neutronen als zwischen zwei Erdkrustenrissen geführte Wellen (Moden), so lassen sich alle in diesem Zusammenhang bisher vom Autor beobachteten Effekte in Einklang bringen. Zwei parallele Erdkrustenrisse mit dazwischen geführten Neutronenwellen würden somit einen terrestrischen Multimoden-Neutronenwellenleiter darstellen, der auf die Biosphäre einwirkt (Bild 1).



Ausgangspunkt der Untersuchungen des Autors waren Naturbeobachtungen des sehr konstruktiven (hohe Wachstumsrate und Vitalität) und zugleich oft überaus destruktiven Zustandes (z.B. extreme Abweichungen vom Standard der Baumform) von Einzel- bzw. Solitärbäumen. Die weitergehenden Untersuchungen des Autors stellten einen Zusammenhang her zwischen Neutronenstrukturen im Bereich der Erdoberfläche und dem Zustand der Bäume. Der Autor bezeichnet dieses Phänomen als Neutronotropie.


In Übereinstimmung mit den physikalischen Eigenschaften insbesondere langsamer Neutronen hatten die immobilen Lebewesen offenbar im Prozess der Evolution nur sehr begrenzte Möglichkeiten, sich anzupassen. Es gibt jedenfalls viele Beispiele extrem destruktiver Wirkungen an Bäumen und anderen Pflanzen.

Allein die Existenz mehrerer nicht paralleler Risssysteme lässt den Schluss zu, dass sich terrestrische Neutronenwellenleiter in einem Punkt auch sternförmig kreuzen können. Der Autor hat festgestellt, dass dieser Rissstern und nur dieser der Standort des Solitärbaumes ist. Je mehr aktive Doppelrisse sich in diesem Rissstem kreuzen, desto konstruktiver ist der Standort (Bild 2), aber desto destruktiver kann er auch für einen Baum sein, der auf diesem Platz wächst. Im Rahmen von Modellvorstellungen des Autors - die nicht Gegenstand dieses Kurzbriefes sein können - zeichnet sich ab, dass schon die Dosisverteilung der Neutronen an einem solchen Standort zugleich sein konstruktives und sein destruktives Wachstumspotential teilweise erklären kann.

Die Baumform und weitere auffallende neutronotrope Strukturmerkmale spiegeln somit zu einem Teil die Neutronenstruktur des geologischen Standortes wider.


Literatur


1. Smith, D. G. (Ed.) The Cambridge Eneyclopedia of Earth Sciences

(Cambridge University Press, Cambridge, 1989)

2. Billings, M. P. Structural Geology 107 - 123 (Prentice-Hall, Englewood Cliffs

1976)

3. Ebeling, K. J. Integrierte Optoelektronik (Springer-Verl., Berlin, 1989)


F.M.

03.12.02